DRAFI DEUTSCHER - DIE KÜNSTLERSTORY

Überschrift

 

von Manfred Schwanbeck

Käme Drafi Deutscher aus Großbritannien oder den USA, wäre er wahrscheinlich eine Pop-Legende. Er erfüllte alle denkbaren Klischees, die eine solche vorweisen muß: Der zur Hälfte aus einer Roma Musikerfamilie ("KÁLMÁN") stammende Protagonist dieser Story verfügte über eine begnadete Stimme und ein kompositorisches Talent, das ihm Plattenumsätze in zweistelliger Millionenhöhe ermöglicht hat. Drafi erhielt in Amerika den begehrten Komponisten-Preis, den ASCP-Award, und seine Lebensgeschichte wurde bereits 1982 von Hans-Christoph Stenzel halbbiographisch verfilmt. Vielleicht tut man ihm sogar unrecht, wenn man ihm unter den gegebenen Bedingungen den Status einer Legende nicht zusprechen mag, denn wenn man die Ära der Beatmusik Revue passieren läßt und sich fragt, wer von den damals angesagten deutschen Künstlern es wirklich bis zum Status eines Jugend-Idols gebracht hatte, bleiben eigentlich nur die Rattles/The Wonderland mit Achim Reichel, The Lords mit ihrem Uli und eben Drafi Deutscher. Letzterer hatte seinen Ruhm zwar im Gegensatz zu den anderen zunächst mit deutschsprachiger Beatmusik begründet, trotzdem muß man ganz nüchtern konstatieren, daß seine Verkaufszahlen und Hitparadenplatzierungen stets weit höher lagen, als die seiner "Konkurrenz". Dafür wurde er in den 60ern u.a. mit dem goldenen Bravo-Otto belohnt, und nur er hat es ferner im Laufe seiner Karriere geschafft, über die Landesgrenzen hinaus Millionenumsätze und Nr.1-Hits mit eigenen Kompositionen zu landen. Wie entwickelte sich seine Karriere über die Jahre?

 

TEENY

 

Drafi Richard Franz Deutscher kam am 9. Mai 1946 als Hausgeburt in Berlin-Charlottenburg, Pestalozzistraße 36, zur Welt. Sein leiblicher Vater war nach eigener Aussage ein Roma aus Ungarn, den er aber nie kennen gelernt hat. So hat dieser bei seinem Sohn keine dauerhaften Eindrücke hinterlassen. Die alleinerziehende Mutter Margarete (inzwischen trägt sie den Nachnamen Lehmann) schlug sich als Schwesternhelferin durch und siedelte mit ihrem Jungen in den Stadtteil Lichterfelde-Ost über, in dem vor allem Unterprivilegierte ihr Zuhause hatten. Auch die Wohnstätte der Kleinfamilie Deutscher wurde ein dortiges Obdachlosenasyl. Drafi, der sich daher meist bei seiner Großmutter Elise aufhielt, begann mit 12 Jahren autodidaktisch das Gitarrespielen zu erlernen und hatte mit 14 seine ersten Auftritte vor Publikum. Bald gründete er eine eigene Band namens "Charley & The Time Bombs". Er bot vor allem Rock & Roll-Klassiker dar. Sein großes Idol war Eddie Cochran. 1963 entdeckte ihn Heino Gaze bei einem Talentwettbewerb, in dem er den 4. Platz errungen hatte. Gaze vermittelte Deutscher einen Plattenvertrag und schrieb ihm ein Jahr später "Shake Hands" auf den Leib. Zu lösen war eigentlich nur noch das Problem einer qualifizierten Begleitband für die anstehenden Aufnahmen und hoffentlich folgenden Auftritte. Drafi wurde in einem Jazzkeller fündig, wo die vier "Magics" - Walter Stein(G), Lothar Ferchland(G), Tom Wetzel(Dr) und Andy Nietebock(B) - spielten. Er fragte sie mit Hinweis auf seinen Plattenvertrag schlicht, ob sie ihn künftig unterstützen wollten, ‚es müsse allerdings alles mehr beatmäßig gespielt werden, als die Band es bisher gewohnt war.‘Die Jungs stimmten unter der Voraussetzung zu, daß ihr Engagement nur halbprofessionell erfolgen würde. Sie alle waren Studenten und wollten ihre Ausbildungen keinesfalls abbrechen. Man wurde sich einig und so kam es am 6. und 7. April 1963 zu ersten gemeinsamen Aufnahmen in den Münchener UNION-STUDIOS für DECCA. Die Nachwuchsproduzenten Christian Bruhn und Günther Loose verfügten über einige selbstgeschriebene Songs, die sie dort mit Gazes neuer Entdeckung einspielen wollten.

 

BILD DIR DEINE MEINUNG

 

Drafi und die Magics machten nach eigenem Verständnis deutschsprachige Beatmusik, und dem deutschen Establishment war diese Musik verhaßt. Seit bei Bill Haleys `58er Deutschland-Tournee ein paar Stühle zu Bruch gegangen waren, wurde von der konservativen Presse versucht, Rock`n Roll mit Begriffen wie "Negermusik" zu diskreditieren. Als Reaktion auf die Haley-Vorfälle brachten es die deutschen Behörden tatsächlich fertig, aus "Sicherheitsgründen" jahrelang keine Rock`n Roll-Konzerte mehr zuzulassen. Nachdem diese Position aufgrund des überwältigenden internationalen Erfolges der Beatles auch "in diesem unserem Lande" nicht mehr haltbar war, aber nach einem Rolling Stones-Konzert die "Berliner Waldbühne" als Trümmerhaufen zurück blieb, sahen sich die etablierten Kreise in ihren Auffassungen hinsichtlich der Verlustes von Sitte und Anstand der "Jugend von heute" durch die anglophile "Subkultur" wiederum durch und durch bestätigt. In dieses Klima der Hatz gegen Rock- bzw. Beatmusiker hinein platzten nun Drafi und seine Magics. Da verdiente ein 17-jähriger Kerl mit seinem "Lärm" 5.000,--DM pro Abend, hatte zwölf Songs in Folge in der Hitparade und schickte sich nun sogar an, auch internationales Terrain zu erobern. Von der englischsprachigen Version seines Klassikers "Marmor, Stein und Eisen bricht" (Pfui, - allein dieses verkehrte Deutsch!), der ihm nach eigener Aussage bis zum heutigen Tage eine gewisse Rente sichert, verkaufte er selbst in den USA in 6-stelliger Höhe. Nein, solch ein Chaos, wie es seit 4 Jahren im Hamburger Star-Club zu beobachten war, würde man nicht in der gesamten Republik dulden. Gegen diese "Verrohung" deutscher Kultur und Jugend würde man bei nächster Gelegenheit ein Zeichen setzen: Die Springerpresse deklarierte Drafi also zum Opfer einer Kampagne der größten Boulevardzeitung Deutschlands, die sich ohnehin noch nie entblödet hatte, aus einem Pups einen Donnerschlag zu machen, wenn das nur die Auflage in die Höhe trieb. "Unser Mann" lief ihnen 1966 ins offene Messer: Es hatte in Berlin gerade 4 bestialische Kindermorde gegeben, die die Öffentlichkeit in helle Aufregung versetzten. Die Fälle waren noch unaufgeklärt und die Polizei Berlins brauchte dringend Erfolgserlebnisse, um ihr Image aufzupolieren. Da pinkelte Deutscher während einer Feier besoffen aus einem Fenster und hatte das Pech, von einigen schulpflichtigen Kindern beobachtet zu werden. Das reichte seinerzeit, ihn zum "Sittenstrolch" aufzubauen und zu neun Monaten auf Bewährung wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" zu verurteilten. Harte Zeiten für den Mann. Neben Justitia wollte ihm nämlich nun auch das erste Mal - wie später noch häufiger - der Fiskus ans Leder. Ihm wurde vom Finanzamt eine Rechnung über 180.000,--DM präsentiert. Deutscher hatte keine finanziellen Rücklagen gebildet und wurde nach dem "Skandal" im Funk wie im Fernsehen mit einem jahrelangen Bannstrahl versehen, so daß auch die Aussicht auf künftige Einnahmen, von denen er diesen Betrag hätte begleichen können, als äußerst gering betrachtet werden mußte. Aber er ist clever und so gelang es ihm, sich am eigenen Schopf aus dem Wasser zu ziehen, das ihm damals - wie noch mehrfach in seinem Künstlerleben - bis zum Hals stand. Zunächst war er sich keineswegs zu schade, seine junge Frau und die knapp zweijährigen Zwillinge dadurch zu versorgen, daß er Stoffe auf dem Wochenmarkt feilbot oder als Discjockey arbeitete. Nur: So konnte es auf die Dauer natürlich nicht weitergehen, - es mußte etwas geschehen!

 

DIE GOLDENE ZEIT IST VORBEI!

Das erste was Ende 1966 passierte, war ein Wohnortwechsel von Berlin nach München, der leider die Trennung von seiner bisherigen Band zur logischen Konsequenz hatte. Der zweite entscheidende Schritt wurde die Entdeckung der eigenen kompositorischen Fähigkeiten, die eine Unabhängigkeit von anderen Songschreibern herbeiführte. Diese hatten - trotz aller gesanglichen Qualitäten Deutschers - ohnehin Bedenken, für den zum "Sittenstrolch" gestempelten Interpreten zu arbeiten. Natürlich eröffneten Eigenkompositionen auch gleichzeitig die Möglichkeit, anderen Künstlern Titel anzubieten und auf diese Weise Hits zu landen, ohne die Verkaufzahlen im Vorwege durch das eigene angekratzte Image zu gefährden. Drittens traf "unser Mann" in München ein junges Nachwuchstalent namens Michael Holm wieder, das ihn u.a. 1965 bei der Produktion einer deutschen Coverversion des Dylan/Byrds-Hits "Mr. Tambourine Man" (Interpretenlogo:"The Magics") unterstützt hatte. Holm war auch jetzt gerne bereit, mit ihm eine Platte aufzunehmen, die einfach als Titel neuer "Magics" auf den Markt geworfen wurde ("Crying in the Morning/Wake up"). Mit dieser Scheibe, die leider nur mäßigen Erfolg hatte, begann er dann einer Strategie nachzugehen, die sich später immer wieder als höchst vorteilhaft erweisen sollte: Er produzierte bestimmte Titel, die er für sich selbst geschrieben hatte, gleich und ausschließlich in englischer Sprache, um über den Hit auf internationaler Schiene seinen Gegnern im eigenen Lande den Wind von vornherein aus den Segeln zu nehmen. Diese bemerkten meist auch deshalb gar nicht, wer sich hinter den Aufnahmen verbarg, weil diese im folgenden zunehmend unter einem Pseudonym das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Bis zum heutigen Tage sind mir mehr als 130 Deutscher-Singles bekannt; davon sind 63 unter sage und schreibe 39 verschiedenen Pseudonymen auf den Markt gekommen. Und ich lege meine Hand nicht dafür ins Feuer, daß diese Liste vollständig ist.

 

MIT DEM KOPF DURCH DIE WAND

 

Noch nicht zweifelsfrei geklärt ist die Identität Drafis mit einem gewissen Hektor von Usedom, dessen 3 Singles (zwischen 1967 und 1969 erschienen) in vielen Discographien als Drafi-Scheiben erwähnt werden. Zu einiger Berühmtheit gelangte dabei vor allem die "Roy Clark Ballade". Von Drafi selbst gibt es Statements in beide Richtungen: Mal verneint er jede Beteiligung an diesen Platten, mal erklärt er, daß er Hektor gewesen sei. Eindeutig nicht um Drafi-Produkte handelt es sich jedoch bei einer Single und einem Album aus dem Jahre 1975, auf denen Gary und die Quickborner als Interpreten genannt werden. Als Gary agierte ein in Quickborn lebender Musiker namens Günter Beyer.

Fraglos gelang es unserem Protagonisten 1969 jedoch, unter regulärem Namen zwei deutschsprachige Superseller zu plazieren ("Don Quichotte" und "Warum gehst Du fort?"), was ihn allerdings nicht hinderte, auch danach immer wieder unter Pseudonymen zu veröffentlichen, weil trotz dieser Hits in der Branche nach wie vor latent ein Unbehagen vorherrschte, ihn direkt zu präsentieren. Mit dieser Strategie ausgestattet, waren auch die Jahre 1970 bis 1973 nicht unerfolgreich: Neben zahlreichen Flops gab es auch Tops wie "April Fool/Milk and Sugar“ (als Pocorn Corners), "Freedom, Freedom“ (als Better Side Of Us) und die deutschen Hitparadenerfolge "Mit dem Kopf durch die Wand" sowie "Weil ich Dich liebe" (unter eigenem Namen). Bei "Mit dem Kopf durch die Wand" hatte er schlicht eine neue Melodie und einen deutschen Text über das Playback des Supersellers der Who "Happy Jack" gepackt, "Weil ich Dich liebe" war eine deutsche Coverversion von Bob Dylans "Wigwam". Ungeachtet dieser Erfolge entschloß sich Deutscher noch 1971 zu einem Bandprojekt mit dem Namen "Wir". Die Jesus-People-Mode aus den USA hatte ihn, den ohnehin sehr Gläubigen, offenbar auf die Idee gebracht, Schlagermusik mit religiösen Texten zu produzieren. Eine LP, die dann in zwei verschiedenen Versionen erschien und 6 Singles, von denen zwei Hitparadenplazierungen erreichten ("Die Welt von heut" und "David und Goliath"), waren bis zur Auflösung im Jahre 1973 das Resultat dieses Versuchs. Eine andere Absicht, die er damals verkündete, ließ er leider wieder fallen: "Ich hätte große Lust, eine kommerzielle Teenager-Oper zu schreiben...Ich stelle mir eine nette Geschichte vor, die mit schlagerhaften Melodien erzählt wird. Ich könnte mir einige bekannte Schlagerstars vorstellen, die in einem solchen Stück mitmachen und Lieder singen in der Art, mit der sie auch sonst bekannt geworden sind - schlagerhafte Melodien, ohne Zick. Aber zu einer solchen Arbeit braucht man natürlich viel Zeit. Vielleicht werde ich sie eines Tages haben."

Nach all diesen Verkaufserfolgen (es gesellte sich 1972 noch ein Duett mit Tina Rainford "Alaska"hinzu), war Drafi zunächst durchaus wieder "salonfähig". Aber dann gab es 1972 einen neuen "Zwischenfall", der ihm das Leben in den nächsten Jahren erschweren sollte. Der bundesdeutsche Schlager-Übervater des Fernsehens, Dieter Thomas Heck, ließ sich seinerzeit aktiv in den CDU-Wahlkampf einspannen. Er präsentierte auf Großveranstaltungen der Partei eine Reihe angesagter deutscher Künstler jener Periode. Ohne zu wissen, um was für eine Gala es sich handelte, wurde nach seinen o.g. Treffern auch (SPD-Mitglied) Deutscher engagiert. Dieser war aber entsetzt über den Mißbrauch seines Namens und bewies "Rückgrat". Am Ende seines Auftritts während dieser CDU-Veranstaltung rief er dem Publikum durchs Mikrophon zu: "Also Leute, Ihr wißt Bescheid: Willy (Brandt - der Verf.) wählen!" Klar, daß seine Verpflichtungen im Rahmen dieser Tournee damit ein jähes Ende fanden. Gleichzeitig hatte er einmal mehr den Haß seiner alten "Freunde" von der Springerpresse auf sich geladen. Diese haben ihm diese "Entgleisung" im übrigen bis zum heutigen Tage nicht vergeben.

Bis 1976 gab es für den zwischenzeitlich nach Norddeutschland (Hamburg und Norderstedt) übergesiedelten Drafi dann auch trotz ununterbrochener Produktion von "kleinen Scheiben"-mehrheitlich unter Bandpseudonymen - keine nennenwerten Chartplazierungen mit eigenen Produkten mehr. Nur ein Achtungserfolg mit einem Song für Peter Orloff ("Ich liebe Dich"), den er später auch selbst noch einmal aufnahm, konnte notiert werden. Bei Lichte besehen, handelte es sich hier um ein Novum: Nie hatte es bis dahin eine Durststrecke über volle drei Jahre gegeben. Aber dann knallte es gewaltig im Karton!

I NEVER GIVE UP

 

Deutscher entwickelte ein Soundprojekt, das auf einem Keyboard basierte und so ähnlich wie Kirmesmusik klang. Unter dem Logo "Mr. Walkie Talkie" veröffentlichte er im Rahmen dieses Projektes eine LP und vier Singles, wovon vor allem die erste "Do The Boogie Woogie Baby" sich im gesamten deutschsprachigen Raum und in den BeNeLux-Ländern wie warme Semmeln verkaufte. Die Platte erreichte dort überall vorderste Hitparadennotierungen. Daneben bestand noch ein ähnlich klingendes Gesangskonzept namens "Baby Champ", das mit dem "Monkey Bump" ebenfalls erfolgreich war. In dieser Phase schrieb Deutscher für "Boney M." die Erfolgsnummer "Belfast", für Bino den Mega-Hit "Mama Leone" und für Tina Rainford ein ganzes Album, das die Single-Treffer "Silver Bird" und "Fly Away Pretty Flamingo" (in der deutschen Version gleichzeitig der letzte große Verkaufserfolg für Peggy March) enthielt. Die zusätzlich von Rainford eingespielte "kleine Scheibe" mit der Deutscher-Komposition "Guitar Man" chartete ebenfalls. Drafi verdiente bis 1977 ein Vermögen. Als sich 3 Millionen Mark auf seinem Girokonto befanden, legte er sich an den Strand von Rio, ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen und gab sie nach und nach aus. Leider kam ihm auch jetzt wieder kein Gedanke, daß dafür vielleicht einmal Steuern zu zahlen wären. Nein, er ließ es sich nach der vielen und letztlich erfolgreichen Arbeit der vergangenen drei Jahre sowie seiner Scheidung von seiner ersten Frau, Karin, nur noch gut gehen.

1978 setzte sich zunächst die Kette von Erfolgen und damit der Einnahmefluß fort: Unter dem Pseudonym "Jack Goldbird" gelang ein großer Wurf mit dem Ohrwurm "Can I Reach You". 1979 entschloß Drafi sich dann, einige Zeit in den USA zu leben und zu lernen. Er wirkte dort am Backround der Bee Gees-LP "Living Eyes" mit und produzierte selbst ein ausgezeichnetes Album mit dem Titel "Lost in New York City", das 1981 auf den Markt kam und ungerechterweise völlig unterging. Auch einer neu abgemischten Wiederveröffentlichung der Platte von 1989 erging es nicht besser. Deutscher bedauerte seinen New York-Aufenthalt jedoch trotzdem nicht: "Ich habe die ganzen Studios dort abgeklappert und gefragt, ob ich zu den Aufnahmesessions vorbeikommen dürfte. Ich wollte nur ganz still und leise in der Ecke sitzen und zusehen. Ich durfte. Ich habe den angesehensten Produzenten über die Schulter geschaut und war während der Aufnahmen der Bee Gees, von Earth, Wind& Fire, Billy Joel und einigen anderen dabei. 800.000 Mark hat mich das alles gekostet, aber dafür brauche ich heute keinen Produzenten mehr. Ich mache das alles selbst: Technik, Mischung, Musik. Ich greife mir meinen Computer und meinen Synthesizer -fertig." Bei seiner Rückkehr nach Deutschland erwartete ihn bereits die Finanzbehörde und wollte eine Steuernachzahlung in Höhe von mehreren hunderttausend DM, die Deutscher nicht mehr hatte. Er beschloß jedoch, sich nicht verrückt machen zu lassen, sondern ein deutsches Album ("Drafi") aufzunehmen, am Soundtrack für den halbbiographischen Film "Marmor, Stein und Eisen bricht" zu arbeiten - er übernahm für den Streifen sogar eine Nebenrolle -und vor allem, mit seinem ebenfalls in Hamburg lebenden Freund Chris Evans an neuem - auch international aussichtsreichem - Material zu basteln.

 

MASKERADEN

 

1983 war dann nicht nur das Jahr der Trennung von seiner zweiten Frau, Silvie, es war auch das Jahr, in dem einem aus dem Radio ununterbrochen der Titel eines Soundprojektes mit Namen "Masquerade" entgegentönte, - "Guardian Angel". Lief dieses Lied in der Zeit bis weit in das Jahr 1984 hinein einmal eine Stunde nicht, konnte man sich darauf verlassen, daß zur Abwechslung dessen deutsche Version "Jenseits von Eden" mit Nino de Angelo gespielt wurde. Der Masquerade-Sound basierte im wesentlichen auf weiten Melodiebögen, einer pseudoklassischen Instrumentierung, die ein Fairlight Synthesizer erzeugte und Deutschers Stimme. Seine Originalaufnahme von "Guardian Angel" wurde in 22 Ländern veröffentlicht und schaffte es -mit Ausnahme der USA und England -fast überall, eine Nr. 1 zu werden.

1984 warf Deutscher neben 2 weniger erfolgreichen Nachfolge-Singles für "Guardian Angel" und einem Album im Rahmen seines Masquerade-Projektes einen recht guten Soundtrack für einen Kinofilm ("2 Nasen tanken Super"), eine weitere Pseudonym-Single ("Rebirth of an Antichrist" als Ironic Remark) und zwei deutsche Platten unter eigenem Namen auf den Markt. Die erste dieser Singles "Tief unter meiner Haut" verkaufte sich vorzüglich. Anfang 1986 gründete Drafi dann mit Oliver Simon das Duo "Mixed Emotions". "You Want Love" -ebenso wie die drei Follow up-Singles und zwei Alben - hob auf dem ganzen europäischen Festland ab wie eine Rakete. Ein weiterer Hitparaden-Renner für 1986 hieß "Sensuality" (deutsche Version: "Herz an Herz-Gefühl"), ein Masquerade-ähnliches Stück, das er unter eigenem Namen veröffentlichte.

Leider sollte dies für lange Zeit der letzte große internationale Wurf bleiben. Ein 1989 aufgenommenes Duett mit Demis Roussos und ein 1991 leider fehlgeschlagener Versuch, mit Andreas Martin eine "New Mixed Emotions" zu präsentieren (mit einem Longplayer und zwei Singles) waren allerdings auch für sieben volle Jahre Drafis letzte in diese Richtung gehende Bemühungen als Interpret. Erst 1998 veröffentlichte er mit dem Lead-Sänger der Band „Verliebte Jungs“Stefan Körber als “Two Generations“ 4 Neueinspielungen von“Guardian Angel“. In seiner Eigenschaft als Komponist blieb es -trotz aller Zeitungsartikel - bei der Absicht, Songs für Tom Jones zu produzieren. Stattdessen schrieb er für Heidi Brühl "Sun in your Heart"und für Isabel Varell "Indistructible Love"; - zwei Titel von zwar guter Qualität, aber nicht mit der gewünschten Fortune. Sein Blues-Album, das Anfang der 80er in Planung war, wurde nie realisiert. Auch eine von ihm zu Beginn der 90er angekündigte Rhythm& Blues-LP hat er nicht veröffentlicht. Er machte bis 1996 also bedauerlicherweise mehr Schlagzeilen aufgrund seiner Steuerschulden, seiner Heirat und Trennung mit und von Isabel Varell, einem unehelichen Kind sowie zeitweilig eklatanten Managementproblemen, als aufgrund seines musikalischen Schaffens.

1996 gelang ihm dann jedoch endlich ein Comeback mit seinem Album "So viele Fragen" und den daraus ausgekoppelten Hits "Wenn man liebt"sowie "Amen". Letzterer belegte in der ZDF-Hitparade im Dezember 1996 den 1. Platz und rangierte als Nummer 2 bei den "Hits des Jahres 1996". Die Nachfolge-Single "Das ist Er"und die ‘98er Veröffentlichung „Der letzte Zug nach Eden“entwickelten sich ebenfalls zu "satten" nationalen Erfolgen.

 

DAS IST ER – IN DEN NEUNZIGERN

 

Drafi gilt als Skandalnudel und hat selbstverschuldet oder auch nicht mit einer Unzahl von Vorurteilen zu kämpfen, die sich gegen ihn richten. Um den Mann wirklich bzw. wenigstens etwas genauer zu portraitieren, erscheint mir die Wiedergabe eines Interviews, das ich 1997 mit ihm führen konnte, am geeignetsten:

Die evangelische St. Matthäus-Gemeinde befindet sich in Gaarden, - einem Arbeiterviertel Kiels. Sie veranstaltete am 10.August 1997 einen Gottesdienst zum Thema „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber Gottes Liebe nicht“. Zu dieser Veranstaltung erschien Drafi Deutscher in Begleitung seines Managers Wolfgang Heer und seiner Mutter. Besonders erfreulich: Er hatte für seine Teilnahme weder ein Honorar, noch eine Fahrkostenerstattung verlangt. Es herrschte ein breites Medienecho. Nach dem Gottesdienst, zu dem er mehrere Gesangsbeiträge beisteuerte, gab er reichlich Autogramme und beantwortete bereitwillig die unterschiedlichsten Fragen, die an ihn gerichtet wurden.

 

Frage: Du hast seit 1965 immer mal wieder Lieder mit religiösen Texten produziert. Welche Beziehung hast Du prinzipiell zur Religion?

 

D.D.: Nun, ich habe eigentlich von Anfang an eine sehr religiöse Erziehung erhalten. Immerhin habe ich vier Jahre meiner Schulzeit in einem katholischen Internat verbracht. Ich bin dann 1965 aber zum evangelischen Glauben konvertiert. Die Sache mit dem „Heiligen Vater“ in Rom und was der so vorschreiben kann, war nicht mein Ding.

 

Frage: Wobei hilft Dir Dein Glaube?

 

D.D.: Ich bin -wie viele andere auch - ein Mensch, der eigentlich jeden Tag irgendwelche kleinen Sünden begeht. Und so wie ich täglich bete, um für bestimmte Dinge Gottes Hilfe zu erbitten, so brauche ich auch jemanden, dem ich diese täglichen Sünden anvertrauen kann. Auch dazu dient mir Gott, denn diese Dinge sind mir zu intim, um sie mit einem anderen Menschen zu besprechen.

 

Frage: Liest Drafi Deutscher in der Bibel?

 

D.D.: Gerne und viel. Meistens in den Hotelzimmern, wenn ich unterwegs bin. Dort findet sich ja oft in irgendeiner Schublade eine Bibel, die ich zur Hand nehmen kann.

 

Frage: Hast Du in der Bibel eine Lieblingsstelle?

 

D.D.: Es gibt eine Unmenge Stellen, die mir viel bedeuten. Besonders mag ich jedoch den Abschnitt, in dem es heißt: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

 

Frage: Warum hast Du Dich an der heutigen Veranstaltung beteiligt?

 

D.D.: Ausschlaggebend war eigentlich der nette Brief des Pastors dieser Gemeinde und, daß er mir die Freiheit ließ, zu bestimmen, für welchen Zweck das in der Kollekte gesammelte Geld Verwendung finden soll. Ich wünsche mir, daß das Spendenergebnis den Straßenkindern Brasiliens zur Verfügung gestellt wird. Unter solchen Bedingungen bin ich durchaus auch künftig bereit, an ähnlichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Außerdem wäre es schön, wenn das auch dazu beitragen könnte, meinen Ruf in der Öffentlichkeit zu verbessern. Ich bin im vergangenen Jahr immerhin 50 geworden. Zunächst war das für mich nur irgendeine Zahl. Aber dann habe ich gedacht: Alter, Du hast zwei Drittel Deines Lebens hinter Dir. Es wird Zeit, Dein Lotterleben zu beenden. Also bemühe Dich, in Deinem letzten Drittel verstärkt Gutes zu tun.

 

Frage: Drafi, mit„Amen“ und „Das ist Er“ hast Du zwei religiöse Singles in Folge veröffentlicht. Ist das ein Trend, den Du nun auch weiterhin schwerpunktmäßig verfolgen wirst?

 

D.D.: Nein, obwohl ich auch bei meinen nächsten Produkten sehr nachdenkliche Texte haben werde. In einer Situation, in der über 4 Millionen Menschen arbeitslos sind, kann ein Künstler mit Verantwortungsbewußtsein nicht einfach nur Schlager in Form von Liebesliedern schreiben.

In Kürze erscheint eine Maxi-Single mit 3 Songs, die ich im Duett mit Kristina Bach aufgenommen habe („Gib‘ nicht auf“). Diese sind eigentlich sehr charakteristisch für die Musik, die ich in der nächsten Phase machen möchte.

Im Herbst werde ich dann ein neues deutschsprachiges Album veröffentlichen („Zukunft“ erschien allerdings erst im Sommer 1998 – der Verf.).

 

Frage: Für Anfang der 80er Jahre war ein Blues-Album angekündigt, das Du mit der „Pee Wee Blues Gang“ einspielen wolltest. Anfang der 90er hast Du in einem Fernseh-Interview erklärt, Dein nächstes Album würde eine Rhythm & Blues-Platte werden. Beide Projekte sind nie ans Licht der Öffentlichkeit gelangt. Wirst Du demnächst auch mal wieder etwas für den internationalen Markt produzieren?

 

D.D.: Das werde ich mit Sicherheit!

 

Frage: Wann?

 

D.D.: Das kann ich nicht sagen. Solch ein Projekt kommt mir einfach. Das kann jederzeit auf der Toilette geschehen. Plötzlich ist ein entsprechender Einfall da.

 

Frage: Wie entscheidest Du denn, ob Du etwas in englisch oder in deutsch produzierst. Gibt es da Kriterien?

 

D.D.: Nein, das ist völlig ungeplant. Mir kommen Text und Musik gleichzeitig, wenn ich komponiere. Das kann in deutscher wie in englischer Sprache passieren. Das ist wirklich zufällig.

 

1998/99- ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFERSTEHUNG

 

Drafi, der bereits in der Verfilmung von Giordanos „Bertinis“erfolgreich eine Gastrolle absolviert hatte, sollte in einem ARD-Tatort mitwirken. Die letzte Sequenz des Krimis sah vor, ihn in einem Sarg liegend zu Grabe zu tragen. Ein Sachverhalt, der seinem Manager Heer vor dem Hintergrund der Ereignisse vom November 1998 verständlicherweise einen Schauer über den Rücken laufen ließ: Deutscher war das gesamte Jahr von einem Auftritt zum nächsten gehetzt. Er hatte ein neues Album produziert und war in der letzten Phase intensiv damit beschäftigt, mit Stefan Körber sein „Guardian Angel ‘98“ zu promoten. Ein unglaublicher Streß! Zudem zeichnete sich im Oktober 1998 immer deutlicher ein Konkurs seiner Plattenfirma ab. Drafis reichlicher Alkohol- und Nikotingenuß taten ein übriges. Sein Körper streikte. Er brach zweimal zusammen.

Natürlich ließ die Boulevardpresse die Gelegenheit nicht aus, der Öffentlichkeit erneut „Das wilde Leben des Drafi Deutscher“ in groß aufgemachten Retrospektiven, die vor Halbwahrheiten und freien Erfindungen nur so strotzten nochmals genüßlich vorzuführen: Drafi abgelichtet vor seiner Hausbar, in Umarmung mit seinen jeweiligen Liebschaften bzw. weiblichen Fans und - quasi unvermeidlich - eine Aussage seinerseits aus den frühen 80ern zum Drogenkonsum: „Bis auf Heroin und LSD habe ich alles ausprobiert!“ Naheliegendes Resümee dieser „Berichterstatter“: Es mußte ja so kommen!

Was zunächst nach Schlaganfällen ausgesehen hatte und von den Medien auch entsprechend verbreitet wurde, stellte sich dann letztlich als die Folge einer schweren Diabetes heraus. Drafi begab sich in Therapie und beschäftigte sich ernsthaft mit dieser Krankheit, die ihm offenbar seine Mutter vererbt hatte. Er faßte den festen Vorsatz, sein Leben künftig entsprechend den Erfordernissen dieses Leidens in solidere Bahnen zu lenken. Seine Arbeit dient ihm dabei inzwischen durchaus als positiver Streß.

Erstes Ergebnis nach seiner Genesung war die Einspielung des Mixed Emotions-Albums „We belong together“, - erneut mit seinem früheren Partner Oliver Simon. Die Plattenfirma brachte die CD, auf der sich neben einer Neukomposition von Drafi und einer von Simon ausschließlich Remakes ihrer Großtaten aus den 80ern befanden, im späten Frühjahr 1999 mit dem Hinweis „Comeback des Jahres“ auf den Markt. Die Medien übernahmen diesen Slogan ebenfalls und sorgten durch zahlreiche Fernsehauftritte für gute Promotion. Longplayer und das Single-Remake von „You want love (Maria, Maria)“ schafften so einmal mehr überdurchschnittliche Verkaufszahlen und Chartplazierungen im deutschen Raum.

 

WER WAR SCHULD DARAN?

 

Das Jahr 2001 war dann einmal mehr kein besonders glückliches in Drafis Leben und Karriere: Das mit 180.000 DM vorfinanzierte Album „Wer war Schuld daran?“ war im Herbst 2000 im Kasten. Die Vorabsingle mit dem gleichen Titel befand sich in geringer Stückzahl seit einigen Tagen im Handel und Drafi war auf Promo-Tour durch verschiedene Radio- und Fernsehstationen, da mußte das Label G.I.B. endgültig seine Insolvenz erklären. Die Single wurde daraufhin nicht weiter ausgeliefert und das für November 2000 angekündigte Album kam nicht mehr heraus.

Sicherlich begünstigt durch das hierin begründete finanzielle Fiasko gab es„Knatsch“ zwischen Drafi und seinem Manager Wolfgang Heer. Deutscher setzte sich zunächst zum Managementbüro Peter Fellers ab und warf Heer vor, ihm Honorare vorenthalten zu haben. Dieser wiederum behauptete, Drafi hätte eine Musikanlage im Wert von 70.000 DM mitgehen lassen. Der Streit wurde vor dem Gericht durch einen Vergleich aus der Welt geschafft.

Den Rest des Jahres verbrachte Drafi damit zu tingeln. Plattenveröffentlichungen im Sinne von Neuerscheinungen fanden nicht statt. Erst Anfang 2002 erklärte dann die Bertelsmann-Tochter „QED“,sie werde das 2000 produzierte Album im März veröffentlichen, was dann auch geschah und durch eine erweiterte „Special Edition“,die Edel zwei Monat später auf den Markt brachte, ergänzt wurde. Fast gleichzeitig unterschrieb Drafi einen neuen Managementvertrag mit „A & B Kleinschmidt“, der im Herbst 2004 jedoch in eine neue Vereinbarung mit "Gebhardt Rothermich, Mömlingen" überging.

Mit seinem alten Spezi Bino wurde 2003 für seine neue Plattenfirma DA zunächst die Single „Buona Sera / Muy Bien“ eingespielt. Das Duo nannte sich „La Dolce Vita feat. Bino & Drafi“. Trotz einiger Fernsehauftritte blieb der Verkaufserfolg jedoch eher bescheiden. Den Fans blieb daher nichts anderes übrig, als ihr Augenmerk schon frühzeitig auf das für 2004 angekündigte nächste Soloalbum Drafis zu richten.

Die Arbeiten an dem Werk nahm Drafi Deutscher jedoch erst ab 2005 in Angriff. Zuletzt wurde ein Veröffentlichungstermin für Ende 2006 in Aussicht gestellt. Hierbei handelte es sich um das Jahr , in dem der Künstler am 9. Mai seinen 60. Geburtstag feierte. Vor und nach diesem Datum absolvierte Drafi einige Auftritte.

Nach einer solchen Live-Performance am 20.05.2006 brach er in einer Gastwirtschaft zusammen und wurde sofort in ein Krankenhaus in Alzenau/Wasserlos eingeliefert. Während des Transportes erlitt Drafi einen Infarkt. In der Klinik diagnostizierten die Ärzte eine beidseitige Pneumonie unter Begleitung eines kardiologen-septischen Kreislaufschocks. Drafi wurde daraufhin in ein künstliches Koma versetzt.

Aufgrund des immer kritischer werdenden Zustandes erfolgte nach wenigen Tagen eine Verlegung in das Universitätsklinikum Frankfurt. Dort wurde Drafi Deutscher mit Hilfe maschineller Beatmung entlastet. Ziel war es, hiermit eine erforderliche Kreislaufentlastung zu bewirken. Er erhielt außerdem eine Dialyse, um die parallel verabreichte Medikation erfolgsversprechend durchführen zu können. Röntgenaufnahmen zeigten jedoch nunmehr, dass bis zu 3 Herzkranzgefäße geschädigt waren. Dieser Sachverhalt machte den Einsatz von Implantaten - sogenannten Stents – notwendig. Die ersten Meldungen nach der OP waren viel versprechend. Der Patient schien auf dem Wege der Besserung. Das Komamittel konnte abgesetzt und das Antibiotikum etc. reduziert werden.

Bald setzte dann aber eine neue Infektion ein. Die Leber hatte erhebliche Probleme aufgrund der zuvor massiv verabreichten (unerlässlichen) Medikation. Als Konsequenz musste die Medikation wieder herauf gesetzt und das Komamittel wieder zugeführt werden. Hierbei bestand allerdings die Gefahr, die Leber völlig zu überlasten. Die Ärzte nahmen Blutproben im Minutentakt und versuchten den Infektionsherd schnellstens zu lokalisieren, denn es konnte unendlich viele Ursachen geben: Tubus, Schläuche, selbst Liegestellen waren in Betracht zu ziehen. Zunächst wurden sämtliche Tropfe, Schläuche etc. komplett ausgetauscht, - ohne Ergebnis!

Am Freitag, den 09.06.2006, um 8:30 Uhr hatte der lange Kampf ein Ende. Drafi Deutscher verstarb an einem akuten Herz-Kreislaufversagen. Er sei jedoch friedlich eingeschlafen, erklärte sein Manager Gebhard Rothermich. Damit hatte einer der größten Künstler der Popularmusik Deutschlands für immer seine Augen geschlossen. Seinen Fans und zahllosen Musikfreunden darüber hinaus werden er und sein Werk jedoch unvergesslich bleiben.

Drafis letzte Ruhestätte auf dem Parkfriedhof Berlin-Lichterfelde

Manfred Schwanbeck

 

ES WAR EINMAL:

EIN KLEINER PRESSESPIEGEL IN SACHEN DRAFI

 

Bravo-Interview von 1966

33 Gewissensfragen an Karin und Drafi

BRAVO: Wo und wann haben Sie sich zum erstenmal getroffen? Was hatte Karin an?

 

KARIN: Drafi spielte in der Bar "Rakete" in Lichterfelde in Berlin. Ich trug ein blaues Jersey-Kostüm mit einem Schlitz an der Seite. Ich kam mit 4 Freundinnen.

 

DRAFI: Es war in der Bar "Rakete", wo ich damals spielte. Im August 1963. Karin trug schwarze Hosen und einen lichten Pullover. Sie kam mit einer Freundin.

 

BRAVO: Hat Drafi sofort auf Sie, Karin, Eindruck gemacht?

 

KARIN: Hat er nicht.

 

DRAFI: Nee, bestimmt nicht.

 

BRAVO: Was hat Ihnen an Drafi am besten gefallen, Karin?

 

KARIN: Seine Art. Er ist zwar schwierig. Aber nur am Anfang, besonders gefällt mir seine Fröhlichkeit.

 

BRAVO: Was glauben Sie, daß Karin an Ihnen am besten gefallen hat?

 

DRAFI: Meine burschikose Art. Ich bin anders als Karins Freunde. Mir haben an ihr besonders ihre schwarzen Haare und ihre Figur gefallen.

 

BRAVO: Wo war der zweite Treff? Wer hat den vorgeschlagen? Mit welchen Worten?

 

KARIN: Ich hatte Urlaub. Wir fuhren zusammen zum Baden an den Wannsee.

 

DRAFI: Am nächsten Tag trafen wir uns wieder. Zum Baden. Ich redete sofort von Liebe, schon am ersten Tag.

 

BRAVO: Was war das erste Geschenk Drafis?

 

KARIN: Eine Uhr als Souvenir.

 

DRAFI: Eine Uhr mit Kette.

 

BRAVO: Wann haben Sie, Karin, sich in Drafi endgültig verliebt?

 

KARIN: Es war zwei Monate später, nach unserem ersten Krach. Als ich merkte, daß ich nicht mehr ohne ihn sein kann.

 

DRAFI: Nach unserem ersten Streit. Ich hatte in Düsseldorf in Karins Beisein mit einem anderen Mädchen geflirtet.

 

BRAVO: Wer war bei der Geburt der Zwillinge aufgeregter?

 

KARIN: Ich war nicht so aufgeregt, ich dachte: Es ist nun mal so, jetzt mußt du alles durchstehen. Klein-Drafi und René kamen im Abstand von 8 Minuten. Dann hatte ich alles überstanden. Kein Arzt hatte es mir vorher verraten. Ich war völlig überrascht.

 

DRAFI: Ich erfuhr die Nachricht erst durch die Zeitung. Ich war auf Tournee. Ich dachte, ich träume. Ich raste sofort in ein Blumengeschäft und kaufte 40 Nelken. Dann noch 3 Pfund Obst. Ich selbst nahm einen vierfachen Kognak.

 

BRAVO: Wer hat die Namen der Zwillinge vorgeschlagen?

 

KARIN: Drafi. Rene fiel uns zufällig ein.

 

DRAFI: Ich. René ist ohne besondere Bedeutung.

 

BRAVO: Wann hat Drafi zum erstenmal von Heirat gesprochen?

 

KARIN: Eigentlich stand es schon immer fest, daß wir heiraten.

 

DRAFI: Im Frühjahr 1965, als wir auf Mallorca Urlaub machten.

 

BRAVO: Wie groß wird Ihre Traumwohnung sein?

 

KARIN: Ein schönes Haus mit schicker Küche und prima Garten.

 

DRAFI: Ich will mir ein Ein-Familien-Haus mieten mit 5 Zimmern, schönem Garten und einem Arbeitszimmer mit Flügel, Stereo-Anlage, 2-3 Sessel, Tisch, Wollteppich.

 

BRAVO: Wie werden Sie das Wohnzimmer einrichten?

 

KARIN: Fürs Wohnzimmer hat Drafi schon die Möbel in seiner jetzigen Wohnung. Eine Juchtenleder-Couch und ein flacher Fernsehapparat. Es ist alles komplett

 

DRAFI: Ich habe die Einrichtung schon. Eine kognakfarbene Ledergarnitur, ein Schrank aus hellem Teak.

 

BRAVO: Wie soll das Kinderzimmer aussehen?

 

KARIN: Zwei süße Bettchen und Micky-Mouse-Tapete.

 

DRAFI: Bunt und lustig, mit komischen Tapeten.

 

BRAVO: Wie werden Ihre Mahlzeiten aussehen?

 

KARIN: Ich verstehe noch nicht viel vom Kochen. Drafi kann das besser. Er macht gute Soßen.

 

DRAFI: Wir essen beide gern. Ich koche gut, besonders Soßen sind meine Spezialität.

BRAVO: Was sind Drafis Lieblingsgerichte?

 

KARIN: Erbsensuppe.

 

DRAFI: Erbsen mit Speck, Kohlrouladen

 

BRAVO: Wie oft im Jahr wollen Sie Ferien machen? Wo wollen Sie die verbringen?

 

KARIN: So oft wie möglich. Wohin ist mir egal.

 

DRAFI: Einmal im Jahr, und dann nur in südlichen Ländern.

 

BRAVO: Wie viele Anzüge hat Drafi?

 

KARIN: Ich glaube mehr als 25 Anzüge.

 

DRAFI: 15 Anzüge und viele Hemden, Pullis und Hosen.

 

BRAVO: Wie viele Kleider hat Karin?

 

DRAFI: 10, glaube ich.

 

KARIN: 12 Kleider.

 

BRAVO: Wie verbringen Sie am liebsten Ihre freien Abende?

 

KARIN: Ins Kino gehen und dann in eine schicke Bar.

 

DRAFI: Ins Kino gehen oder gut essen.

 

BRAVO:Mögen Sie Nachtlokale?

 

KARIN: 0 ja, ich gehe gern in eine Bar. Leider tanzt Drafi nicht gerne.

 

DRAFI: Ja, ja, ja! Ich tanze hie und da ganz gerne.

 

BRAVO: Was sollen Ihre Kinder werden?

 

KARIN: Vielleicht werden sie auch wie ihr Vater Sänger.

 

DRAFI: Sie sollen Musik studieren. Aufs Konservatorium gehen. Aber wenn sie nicht wollen, werde ich sie nicht dazu zwingen.

 

BRAVO: Mögen Sie noch mehr Kinder?

 

KARIN: Ich habe erst einmal die Nase voll.

 

DRAFI: Ja, ein Mädchen hätte ich noch gern.

 

BRAVO: Was gefällt Ihnen an Drafi am besten, Karin?

 

KARIN: Er ist mein Typ. Mir gefällt sein Ehrgeiz.

 

BRAVO: Was glauben Sie, daß Karin an Ihnen am besten gefällt?

 

DRAFI: Meine Art. Außerdem bin ich ihr Typ.

 

BRAVO: Was bringt Drafi in Wut, Karin?

 

KARIN: Ich kenne ihn nicht wütend.

 

BRAVO: Was kann Sie in Wut bringen?

 

DRAFI: Wenn Karin unlogisch ist.

 

BRAVO: Sind Sie eifersüchtig?

 

KARIN: Sehr sogar.

 

DRAFI: Ja.

 

BRAVO: Können Sie verzeihen, wenn Sie einmal Grund zur Eifersucht hatten?

 

KARIN: Das muß ich wohl.

 

DRAFI: Ja, aber ich bin nachtragend.

 

BRAVO: Haben Sie manchmal Meinungsverschiedenheiten? Aus welchem Grund entstehen die?

 

KARIN: Es sind nur Kleinigkeiten.

 

DRAFI: Nur manchmal. Besonders dann, wenn Karin nicht Verständnis für meinen Beruf aufbringt. Wenn ich zuviel auf Tourneen bin.

 

BRAVO: Wer gibt nach, wenn es eine Meinungsverschiedenheit gibt?

 

KARIN: Ich.

 

DRAFI: Karin.

 

BRAVO: Wer sind Ihre drei Schlagerlieblinge?

 

KARIN: Drafi natürlich, die Beatles und Chris Andrews.

 

DRAFI: Cliff Richard, die Beatles, Chris Andrews.

 

BRAVO: Was soll Drafi mit 30 Jahren erreicht haben?

 

KARIN: Ich hoffe, daß er noch nicht mit 30 vergessen sein wird.

 

DRAFI: Produzent, Komponist und Texter. Und vielleicht Sänger, wenn ich Fans habe.

 

BRAVO: Lieben Sie Luxus?

 

KARIN: Ich bin mit unserem Leben jetzt zufrieden. Ich will keinen Luxus, keinen Nerzmantel. Ich bin so glücklich.

 

DRAFI: Ein Häuschen, schön verreisen das ist eigentlich alles.

 

Berliner Zeitung - BZ

 

                                         Drafi muss nicht sitzen!

Berlin, 25. April 1967

Wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und Beleidigung wurde in Moabit der 20-jährige Schlagersänger Drafi Deutscher zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem bekam er 300 Mark Geldstrafe wegen unbefugten Waffenbesitzes. Gegen eine Buße von 1000 Mark wurde die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Der Prozess gegen Deutscher war hinter verschlossenen Türen vor sich gegangen. Erst zum Urteil wurden Öffentlichkeit und die Presse wieder zugelassen. Gründe für den Ausschluss: Gefährdung der Sittlichkeit. Und das Jugendgerichtsgesetz, nach dem "im Interesse der Erziehung jugendlicher Angeklagter" die nicht öffentliche Verhandlung möglich ist.

Amtsgerichtsrat Poelchau bedauerte in der Urteilsbegründung das starke Interesse an der Sache, das den Angeklagten "aus der beruflichen Laufbahn geworfen, wenn auch nicht gerade ruiniert" habe.

Nach der Feststellung des Gerichts hat sich Deutscher 1965 und 1966 mehrmals am Fenster seiner damaligen Wohnung im Hansaviertel in gröblich schamverletzender Weise vor minderjährigen Mädchen gezeigt.

"Alles spricht für gezielte Handlungen des Angeklagten", hieß es in der Urteilsbegründung. Doch die Absicht, mit den Kindern Kontakt aufzunehmen, war dem Angeklagten nicht nachzuweisen. "Unzucht mit Kindern" liege daher nicht vor. Der Staatsanwalt war anderer Auffassung gewesen und hatte 18 Monate Gefängnis beantragt.

Drafi Deutscher nahm nach der Verhandlung, offenbar wenig bewegt, drei Nelken entgegen, die ihm ein blässlicher Teenager überreichte.

 

Morgenpost: Oktober 1972

DRAFI RIEF: "NICHT VERGESSEN, WILLY WÄHLEN!"

Zwischenfall in der Musikhalle

CDU-Wahlreiter Dieter Thomas Heck gab In der Musikhalle ein Konzert. Veranstalter und Moderator hatten Mühe, diese Veranstaltung für Hamburg durch den Titel "Hitparade mit Dieter Thomas Heck" klar abzugrenzen von der CDU-Tournee "Dieter Thomas Heck präsentiert".

Heck zu Beginn: "Dieses ist keine Wahlveranstaltung, aber ich hoffe, Sie haben richtig gewählt!" Er meinte seine Hamburger Darbietung ohne Politik.

Wer bei diesem Seiltanz klar zu differenzieren wußte, hier moderierte nicht Dieter, die Barzel-Lokomotive, sondern Dieter, der ZDF-Lautsprecher, sah sich beim Finale irritiert. Als die Künstler von der Bühne und ein Großteil des Publikums schon an der Tür waren, trat Drafi Deutscher ans Mikrofon und sagte: "Und nicht vergessen, Willy wählen!"

Was jetzt folgte, bezeichnen die einen als aufbrausenden Beifall, die anderen als Murren. Frage: Wer mag auch das auseinanderhalten? Anscheinend nur einer: der Veranstalter. Hans-Werner Funke zu Drafi Deutscher: "Bei mir treten Sie nicht mehr auf!" K. J. U.

 

SOUNDS-Interview 1982: "Ich glaube, dass ich ein Guter bin"

von Götz Achilles:

Ich hab' gelesen, daß Du bald mit einem Film herauskommst; Titel: "Marmor, Stein und Eisen bricht". Was passiert in dem Film, worum geht es, mit wem hast du ihn gedreht?

 

Drafi: Der Film läßt natürlich zu allererst vermuten, daß das meine Lebensgeschichte sei, was in etwa richtig ist, nur mit dem großen Unterschied, daß das nicht authentisch ist, sondern daß das Ganze in einer Art modernem Märchen dargestellt wird. Im Prinzip: Der böse Nachbar, der es nicht ertragen kann, daß neben ihm jemand wohnt, der durch irgendwelche für ihn nicht verständliche Gründe populär geworden ist und mit einer kleinen Stimme nun auch zu Erfolgen gekommen ist. Der singt ja nur und verdient Geld. Und außerdem ist das ein Schwein, weil die machen jeden Tag Orgien; und dann ist er ja auch ein Kinderbumser, weil der steht nackend am Fenster, und Kinder haben ihn gesehen, das muß ein Kinderbumser sein. Das wird angesprochen in dem Film; aber nicht so brutal, wie ich es eben gesagt habe, sondern sehr romantisch verpackt.

Witzig ist vielleicht in dem Zusammenhang, daß die Hauptrolle von dem Volker Spengler gespielt wird, der durch Fassbinder-Filme sehr bekannt geworden ist und der, wie man weiß, homosexuell ist, und er spielt in dem Film einen Heterosexuellen, und der Heinz Schubert, der heterosexuell ist, spielt seinen Manager, einen Schwulen. Das ist unheimlich schön, ist unheimlich witzig. Und dann gibt es auch noch eine Liebesgeschichte mit einer Frau, die eine Kneipenbesitzerin ist, die Gertrud, und die wird dargestellt von der Mutter von der Nina Hagen von der Eva-Maria Hagen.

Also nicht die authentische Lebensgeschichte von Drafi Deutscher, sondern Sechzigerjahre, Kreuzberger Milieu und dann diese Geschichte am Rande als modernes Märchen.

 

Wen hast Du Dir als Publikum vorgestellt als Du den Film gemacht hast?

 

Drafi: Ich glaube eigentlich, daß man das am besten so erklären kann, daß ja "Marmor, Stein und Eisen bricht", ein Song, der immer irgendwo - in der Anfangszeit jedenfalls - als banaler Song hingestellt wurde, dann irgendwann mal den Touch gekriegt hat, daß er auch bei Intellektuellen ankommt. Ich glaube, das ist ein Intellektuellen-Film; damit will ich sagen, daß es kein kommerzieller ist. Der wird also höchstwahrscheinlich gar nicht großes Geld bringen, sondern der wird vielleicht künstlerisch wertvoll sein, und damit meine ich jetzt auch den Regisseur, den Christoph Stenzel, der den gemacht hat, der schon mehrere Bundesfilmpreise hat und der für mich ein sehr integerer und sehr großartiger Künstler ist; ich glaub nur, daß ihn manche Leute vielleicht nicht verstehen.

 

Du sagst, daß die Hauptrolle jemand anderes spielt. Ich hatte vermutet, daß Du Dich selbst spielst.

 

Drafi: Nein, nein! Das wäre auch überhaupt kein Gag gewesen. Ich spiele einen Gast in dieser Kneipe, die Kneipe, die der Gertrud gehört, da spiel ich einen Gast, und ich bin verliebt in die Gertrud und möchte mich mit ihr liieren, und das geht über merkwürdige Wege, und am Ende bin ich dann doch mit ihr zusammen. Ich spiele einen ganz normalen Gast in dieser Kneipe, ich heiße "Löwenschlucker", weil ich soviel saufe, und ich hab' praktisch diese kleine Nebenrolle gemacht und hab die ganze Musik geschrieben; auch die Background-Musik.

 

Alte Titel von Dir?

 

Drafi: Es ist drin "Marrnor,Stein und Eisen bricht", es ist drin "Don", es ist drin ein neuer Titel von mir von der neuen LP, und ansonsten hab' ich die ganzen Background-Musiken geschrieben. Ich hab das absichtlich nicht als eine Drafi-Deutscher-Hitparade abziehen wollen, das wär' ja nun auch billig.

 

Hast Du an dem Konzept mitgearbeitet?

 

Drafi: Nein, das Konzept war vorher fertig, das hat der Christoph Stenzel gehabt, aber ich hab nachher natürlich ein bißchen darauf Einfluß nehmen können; wobei ich im Wesentlichen eigentlich nichts verändert habe, sondern ich hab' es nur durch die Musikgestaltung und durch das, was ich noch mal angeregt habe aus meinen eigenen Erlebnissen, hautnaher gemacht. Also, wer den Deutscher kennt, der sagt: "Ach!"

 

Was hast Du zwischen Deinen großen Erfolgen und heute getrieben?

 

Drafi: Ich hab immer geschrieben, das war von vornherein die große Absicht. Daß ich als Sänger angefangen habe, war ein großer Zufall, denn ich hab einen Titel geschrieben, hab denselben als Demo gesungen, hab' ihn vorgestellt, und die haben gesagt: "Wir haben keinen Sänger, warum singen Sie den denn nicht selbst?" Und so bin ich eigentlich dazu gekommen. Aber die Absicht war immer zu schreiben. Ich seh' mich auch mehr als Komponist und Textdichter, und in der Zwischenzeit als Produzent.

Ich hab alles rein autodidaktisch gemacht, es hat mir nie jemand eine Note beigebracht, es hat mir nie jemand gezeigt, wie die Elektronik zu bedienen ist, das hab ich mir alles selbst beigebracht, und inzwischen, glaube ich, kann ich es. Ja, wie gesagt: Hauptsächlich geschrieben.

 

Für wen hast Du geschrieben?

 

Für Peggy March, Peter Orloff, Bernd Klüver, Katja Ebstein, Roberto Blanco, Mireille Mathieu - und für mich.

 

Was verdient man so, wenn man für andere Stars Musik schreibt?

 

Drafi: Das kommt auf den Umsatz an. Es gibt Riesenhits und es gibt Gar-Keine-Hits, das kann man eigentlich auch gar nicht pauschal sagen. Ich kann Dir sagen, was Du an einer Platte verdienst: also, 6 Pfennig als Komponist und 4 Pfennig als Textdichter, und dann gibt's ja auch da noch die Steuer.

 

Zum Film nochmal: Du hast vorhin gesagt, Intellektuelle seien die Zielgruppe.

 

Drafi: Das vermute ich.

 

Glaubst Du nicht, daß 'ne ganze Menge Deiner alten Fans auch dazugehören?

 

Drafi: Ja, aber dazu ist der Film nicht kommerziell genug, es fehlt Action, es fehlt Spannung, es ist eine Betrachtung. Es ist so ein Film, der schwebt irgendwo auf so einer rosa Wolke, und Du mußt ja auch immer mitdenken und Du mußt immer sagen. "Ach, das hat er gemeint." Damit will ich nicht unterstellen, daß Nicht-Intellektuelle das nicht empfinden können, aber der Stil des Christoph Stenzel ist halt schon intellektuell. Ich hab eine Situation gehabt, wo wir eine lustige Szene hatten in der Kneipe, und der Christoph sagt: "Ist das nicht zu lustig?" Das hab ich vorher noch nie gehört. "Ist das nicht zu lustig", sagt der. Ich hab Tränen gelacht, und er fand es zu lustig, das hat mir zu denken gegeben. Auch da wird noch unterschieden. Lustig, lustiger, am lustigsten. Bitte sei nicht so lustig. Don´t be lustig.

 

Ich habe natürlich im Zeitungs-Archiv ein bißchen gestöbert. Man blättert das so durch und alle Überschriften aus 15 Jahren sind immer skandalös umwittert.

 

Drafi: Naja, also höchstwahrscheinlich hab' ich durch mein eigenes Verhalten mich zu einem enfant terrible gemacht - und bis dahin gab es wohl auch kein enfant terrible in der Schlagerbranche - also war ich der Lutscher, und nun haben sie alle rumgelutscht, und immer, wenn Drafi Deutscher erwähnt wurde, dann wurde das auch mit aufgewärmt. Auch heute noch. Es gibt auch heute noch Leute, die sagen: "Und das müssen wir ja auch noch erwähnen!" Das hast Du ja jetzt auch getan.

 

Wie erklärst Du Dir, daß ein erklärter Star von einem Tag auf den anderen durch die Presse so brutal behandelt wird?

 

Drafi: Dahinter stand wohl in erster Linie die Springer-Presse; die brauchen den täglichen Journalismus, und Du weißt selbst, daß sich negative Dinge besser verkaufen lassen als positive. Es ist einfach langweilig, positive Sachen ständig zu lesen.

 

Aber warum gerade bei Dir?

 

Drafi: Weil ich niemals jemand war, der anderen in den Arsch gekrochen ist. Ich war ein Rebell, ich hab ehrlich gesagt, was ich gefühlt habe, und wenn mir jemand nicht gepaßt hat, habe ich gesagt: "Du bist ein Arschloch." Das war mir piepegal, ob das der Unterhaltungschef vom ZDF war oder der Intendant vom Sender Freies Berlin, es war mir piepe. Ich war 17, da bin ich das erste Mal eingeladen worden zum Sender Freies Berlin, da hatten die eine Veranstaltung. Da wurde abends ein kaltes Buffet gereicht, und die Brötchen waren trocken. So, und ich hab gesagt "Scheiße, das ist trocken." Und wer war der Idiot? Icke! Ick bin eben halt so. Die haben die Pistolen durchgeladen und gewartet, bis ich wieder im Fadenkreuz erscheine. Das ist auch zum Teil meine Schuld. Aber es ist genauso die viel größere Schuld derjenigen, die mich damals beraten haben; die hätten mich ja auch besser beraten können.

 

Die haben Dich also falsch aufgebaut?

 

Drafl: Vielleicht, weiß ich nicht, will ich auch gar nicht behaupten. Vielleicht hätten die mich lieber als Rex Gildo gesehen. Im bunten Anzug und freundlich, mit Scheinhochzeiten.

 

Hast Du was gegen Schwule?

 

Drafi: Bitte? Nein, nein! Ich hab' überhaupt nichts gegen Schwule.

 

Hast Du was gegen verlogene Schwule?

 

Drafi: Ja, dagegen hab ich was.

 

Also Du magst es nicht, wenn Rex Gildo ...

 

Drafi: ... eine Scheinhochzeit macht und so tut, als sei er nicht schwul. Das finde ich Scheiße. Das ist gelogen, das ist unfair.

 

Und wie hast Du dann die Kurve nach Amerika gekriegt? Zu produzieren und Musik herzustellen, zu komponieren und an die USA zu verkaufen. Und das aus einer Situation heraus, wo keiner mehr ein Stück Brot von Dir genommen hätte.

 

Drafi: Schau mal, ich glaube einfach, daß das eine Frage des Talents ist. Und wenn du etwas kannst, dann kannst du es hier verkaufen und dort verkaufen. Irgendwann muß es mal aufgehen. Wenn du eine Null bist, wirst du hier nicht verkaufen und da nicht verkaufen. Dann wirst du vielleicht mal einen Achtungserfolg erzielen, du wirst eine Eintagsfliege sein. Ich glaube, daß ich ein Guter bin. Ich glaube, daß ich jeden Tag wieder etwas erreichen kann. Ich habe keine Angst, ganz egal, ob ich zwei Jahre nicht in der Hitparade bin als Komposer. Ich weiß, daß ich irgendwann wieder in der Hitparade bin und dann 'nen großen Lutscher habe. Und dann etwas, wo sie nicht sagen können, das ist eine abgewichste Eintagsfliegenschnulze, sondern das dauert eben ein bißchen länger. Und da müssen sie auch ein bißchen länger dran knabbern. Tageshits, die 3 Wochen in der Hitparade sind, die kann ich jeden Tag schreiben, aber

die will ich nicht. Ich muß auch dahinterstehen können, mir muß das gefallen. Mir selbst.

Ich bin keiner, der sich das aus dem Hoden schüttelt. Ich will dabei auch 'was empfinden. Ich will das Ding selbst onaniert haben. Und nicht, daß da einer gekommen ist, und der hat sich 'nen Handschuh übergezogen und sagt. "Ich mach mal für dich". Das will ich nicht. Das laß Jack White machen.

 

Du hast Dir ein sehr beeindruckendes Video-Equipment zugelegt. Was hast Du damit vor?

 

Drafi: Ich will ´nen Film machen, selber. Das mach ich natürlich mit der kleinen Anlage nur als Demo erstmal und dann werde ich damit zu einer Anstalt gehen, zu einer Fernsehanstalt, und werde das anbieten und hoffe auf einen Auftrag.

 

Wird das ein neues Standbein?

 

Drafi: Ja, weil ich glaub', daß ich das kann. Ich halte mich für einen noch nicht erblühten Regisseur und Drehbuchautor.

 

In welche Richtung willst Du denn blühen?

 

Drafi: Ich würde gerne Tagesprobleme machen. Ich könnte mir vorstellen, daß ich das aber komisch machen würde. Ich selbst bin zwar in meinen stillen Stunden ein ernster Mensch, aber meistens doch fröhlich und auch zum Komischen tendierend. Ich bin recht schlagfertig, und ich mag eigentlich das Lachen.

 

Mich interessiert Dein Sex-Life.

 

Drafi: Wir lassen uns jetzt scheiden, weil ich komm' mit der jugoslawischen Küche nicht klar.

 

Ach was.

 

Drafi: Das ist mir zu scharf.

 

Und sonst? Sie wird doch nicht den ganzen Tag nur kochen?

 

Drafi: Ja, aber doch hauptsächlich. Sie näht auch sehr gut; sie näht Bauernröcke, jugoslawische Bauernröcke. Sie ist auch eine unheimlich attraktive Frau. Nur, ich kann das auf die Dauer nicht ertragen, das wird wär zuviel. Ich bin ein sehr einfacher Mensch, auch in meinen Ansprüchen. Mir reicht 'ne Gulaschsuppe, mir reicht auch das "Gasthaus zur Birke", ich muß nicht im Plaza wohnen...

 

Könntest du denn im Plaza wohnen?

 

Drafi: Ich könnte das schon, aber ich muß nicht. Meine Frau hat andere

Ansprüche; außer dem Schewabscheschie, was sie kocht – hervorragend - und den Bauernröcken; und so haben wir uns eben halt zwischen dem Schewabscheschie und dem Bauernrock auseinandergelebt. Ich bin hier ins "Gasthaus zur Birke" gezogen. Ich fühle mich dem Haus sehr verbunden und auch der Birke und probier jetzt, wie es ist, wenn man nun wieder allein ist und hab' festgestellt, das es eigentlich gar nicht so schlimm ist. Ich hab' vorher gedacht, du kannst alleine gar nicht sein, weil ich bin ja ein sehr bequemer Mensch und mag es natürlich unheimlich gern, wenn ich nach Hause komme und die Bratkartoffeln sind fertig, das Bettchen ist gemacht, es ist alles lieb und schön und der Hund sagt guten Tag, die Katze miaut und so; das sind so Bequemlichkeiten, die ich gern hab. Darauf muß ich jetzt im Moment verzichten. Aber, ich glaub', daß ich das eines Tages 'mal wieder haben werde. Denn jetzt, wie ich es im Moment habe, ist das unter irgendwelchen Bedingungen. Ich bin ein Mann, und ich habe meine eigene Meinung, und ich habe mich emanzipiert, und ich trage keine Unterwäsche von Fruit of the Lume, ich trag ganz normale von C & A. Und wenn's sein muß, bügele ich die auch selber und kochen kann ich auch. Also ich versuch' jetzt mal ganz auf meinen eigenen Füßen zu stehen, verdammt noch mal.

 

Gibt es irgendwelche neue Bindungen für Dich?

 

Drafi: Im Moment onaniere ich, denn keine Frau kann schöner sein als die, die ich mir beim Onanieren vorstelle.

 

Was planst du auf dem Sektor Musik für die Zukunft?

 

Drafi: Ich hab da eine Tante entdeckt aus Berlin, ein eingehutzeltes Wesen, sieht aus wie eine Schrippe, also angucken würdest du die nicht, wenn du die irgendwo triffst. Aber dann mußt du die hören, die singt, wie Olivia Newton-John immer singen wollte. Das wird also höchstwahrscheinlich 'ne Weltkarriere werden. Da will ich meine ganze Kraft reinlegen. Hinzu kommt, daß die Tante nicht nur sehr dufte singt, sondern auch noch ein unheimlich netter Mensch ist.

 

Bericht der Zeitschrift "MUSIK SZENE" von 1984: MASQUERADE – AUF DEN SPUREN DES DRAFI DEUTSCHER:

Seit Wochen klingt einem der "Guardian Angel" in den Ohren. Ein sauber produzierter Hit. Von wem stammt eigentlich das professionelle Strickmuster des Dauerbrenners? Wer ist denn eigentlich dieser angebliche "Kurt Gebegern"? Längst ist es ein offenes Geheimnis, daß sich hinter dem anfangs noch in einigen Presseinfos bekanntgegebenen Pseudonym kein Geringerer als Drafi Deutscher verbirgt. Im Duett, auch auf der kompositorischen Ebene, bestreitet Drafi mit Chris Evans sein seit langem erfolgreichstes Projekt -Masquerade.

"Dem Finanzamt zuliebe habe ich mich in Kurt Gebegern umgetauft. Das kam so: Ich saß wieder einmal über meiner Steuererklärung, und da dachte ich mir, dieser Name könnte mir bei denen weiterhelfen. . . "

Diese Legende Drafis darf man getrost als reine Notlüge bezeichnen. Denn über die neuere Entwicklung, als Produzent und Musiker überall hofiert zu werden, da wundert sich keiner mehr als der gute Drafi selbst. Warum also die Maskerade? Und worüber gilt es sich zu wundern?

Bombastisch und erfolgreich hatte die Karriere des Berliner Jungen aus dem Obdachlosenasyl eigentlich auch begonnen. Ein Talentwettbewerb in der Deutschlandhalle brachte ihm und dem Song "Jambalaya" gleich den vierten Platz ein. Plattenproduzent Peter Meisel griff sofort zu. Und die Single "Marmor, Stein und Eisen" verkaufte sich in wenigen Wochen rund 700 000mal.

Ein Star war geboren. Doch dann wird die Blitzkarriere des Musik-Talents jäh unterbrochen. Auf dem Kudamm pinkelt er in aller Öffentlichkeit ans eigene Auto. Bei saturierten Presseempfängen provoziert er frei nach Berliner Schnauze die artige Journaille, und eine Parterre-Wohnung wird ihm schließlich zum Verhängnis. Am Morgen nach der Party stolpert er nackt über leere Champagnerflaschen am Wohnzimmerfenster vorbei. Nachkriegsdeutschland hatte seinen ersten handfesten Showbiz-Skandal. Und besonders die Rufmord-Killerkommandos, Hüter über Sitte und Anstand, der konservativen Regenbogenpresse fielen mit erigierten Schreibfedern über Drafi Deutscher her. Als "Sittenstrolch" gebrandmarkt mußte er abtreten. Mit 180000 Mark Steuerschulden kämpfte er wieder mal ums Überleben. Die Ehe des damals 20jährigen ging dabei zu Bruch. "Das war wohl in erster Linie die Springer-Presse. Negativesläßt sich eben viel besser verkaufenals Positives. . . "

Bitter klingt das Resümee. Doch "Steh-auf-Männchen" Drafi gab nie auf. Als Discjockey und Gelegenheitshändler schlug er sich durch. Und die Musik saß tief. So wurde er als Komponist, Texter und Produzent erneut - diesmal hinter den Kulissen - ein gefragter Mann. Ob Peggy March, Katja Ebstein oder Bernd Clüver - für alle galt er als Erfolgsgarant. Bis dahin von der sensationsgeilen Presse unbeaufsichtigt, kreierte er so manchen Chart-Erfolg. Darunter so bekannte Nummern wie Binos "Mama Leone" oder Boney M´s "Belfast". Doch Drafi traute sich kaum ans Licht der Öffentlichkeit. Die wollte ohnehin nichts von ihm wissen. Als erstmals wieder eine Solo-LP, aufgenommen im New Yorker Exil, mit dem Titel "Drafi Deutscher - Lost In New York City" erschien, hörte keiner hin. Dabei hätte mit etwas mehr Medien-Resonanz der Song "A Little Bit Late" ebenso zum Disco-Renner werden können. Doch die sogenannten Multiplikatoren begannen sich erst wieder für ihn zu interessieren, als er im vergangenen Jahr die alten Magics zusammentrommelte und kurzfristig mit der leicht ergrauten Truppe auf die Bühne stieg. Und da bereits begann das Wunder. Anfangs nur als Promotion-Gag für den Stenzel-Film "Marmor, Stein und Eisen bricht" gedacht, wird der Auftritt ein voller Erfolg. Die Presse jubelt, und wer in jenen Tagen die BILD-Zeitung aufschlug, wußte nicht recht, was denn so einen Gesinnungswandel verursachen konnte:

"Riesen-Jubel! Drafi Deutscher ist wieder da." Doch erneut umging die Journaille Drafis wichtigstes Anliegen: endlich vorurteilsfrei als Musiker anerkannt zu werden. Entgegen dem nostalgischen Voyeurismus erklärte mir aber bereits zu der Zeit ein sichtlich immer selbstbewußter werdender Drafi Deutscher: "Ich seh mich alsKomponist und Textdichter. In derZwischenzeit als Produzent. Ichbin in einer Situation, wo ich sagen kann, was ich will und wie iches will. Der Interpret Deutscherhat heute nicht mehr die Angst, soeinfach abzusinken. "

Und Drafi stieg voll ein. Die Berliner Neonbabies verpaßten dabei eine Riesenchance. Gemeinsam ging es ins Studio, und das Single-Werk "Ich bin ein Mann" entstand. Drafi hatte der Tanzkapelle dabei einen Weg gewiesen, den die inzwischen aufgelöste Formation (MUSIK SZENE berichtete 1/84) leider niemals konsequent beschritt. Die auf der Single verwandten N.-Y.-Impressionen beschrieb er dabei so: "Ein Groove,der schmutzig klingt. Unpolierte,dreckige Musik ...Die Elemente schwarzer Musik - das ist jetzt wichtig, das ist angesagt.. . "

Was soll´s. Inga Humpe entschied sich lieber für den pflegeleichteren Codo-Song. So wird "Ich bin ein Mann" vielleicht demnächst im allgemeinen Drafi-Deutscher-Rummel zur gesuchten Rarität werden. Denn der Autodidakt, der weder theoretische Noten noch Elektronik-Kenntnisse besitzt, hat's geschafft. "Guardian Angel" wird in 22 Ländern veröffentlicht. Darunter Amerika und das ferne Australien. Auch Gold ist nunmehr in Sicht. Die LP wird in diesen Tagen veröffentlicht, und unter dem so häufig verschwiegenen Namen veröffentlicht Drafi Deutscher demnächst eine Single: "Tief unter meiner Haut". Bleibt er nun auch bei seinen Prinzipien? Vor einem Jahr noch sagte er zu mir: "Ich würd' 'ner Gruppe, die ihren Bauch behalten will, empfehlen,sich nicht allen Medienmenschen an den Hals zu werfen ...Wenn der Dieter Thomas Heck anruftund ich der Meinung bin, daß ich nicht in seine Hitparade 'reinpasse, dann sag' ich ihm das - ist doch nichts dabei, oder?"

Jürgen Stark

Kieler Nachrichten 1984:

 

ER IST NICHT TOTZUKRIEGEN

 

Drafi Deutscher (37), Alt-Star am deutschen Schlagerhimmel, geht wieder auf Tournee. Zusammen mit seiner Gruppe MASQUERADE zieht er ab 17. Mai durch die Lande. Und Drafi verspricht: "Ich werde auf der Bühne die beiden Masken-Männer, die mit "GUARDIAN ANGEL" einen Hit haben, demaskieren und ihr Geheimnis lüften." Für Drafi ist diese Tournee eine Art Therapie: " Ich brauche Ablenkung von meinem Privatleben." Bei ihm und seiner Frau Silvia steht nämlich die Scheidung ins Haus. Drafi auf Tournee, das sind nicht nur die neuen Masquerade-Hits, auch seine Evergreens wie "Marmor, Stein ..." stehen auf dem 90-Minuten Programm. Natürlich auch sein neuester Hit "Tief unter meiner Haut".

 

Musik Szene-Interview von 1986:

 

Musikszene: In einer Bio steht über dich: Drafi, der Underdog, der Rebell, einer aus dem Volk. Was fängst Du mit solchen Charakterisierungen an?

 

Drafi: Naja, Tatsache ist mal, ich komme aus ´nem Berliner Arbeiterviertel, Wedding, bin dann aufgewachsen in Lichterfelde-Ost, in so´ner Wohnsiedlung, die manche dem Asozialenmilieu zuordnen würden. Das kam daher, dass mein Vater tot war und meine Mutter Tag und Nacht als Krankenschwester arbeiten musste und auch nicht viel verdiente, weil sie nur Hilfsschwester war, ohne Examen. Tja, und meine Großmutter hatte nur ´ne bescheidene Rente, und so hatten wir eben keine Kohle. Mit elf, zwölf hab ich dann angefangen, Gitarre zu spielen und zu singen, bin immer mit einem Kumpel ins Strandbad Wannsee, und da haben wir dann losgemacht. Die Leute kamen gucken, und ich merkte, da war Begeisterung. Na, da hab´ ich mir gesagt: Guck mal, wenn die hier schon so angefeuert sind, vielleicht kannst du das mal zum Beruf machen. Als ich dann die Ellenbogen später dafür hatte, wusste ich natürlich nicht, was das für Leute da oben in der Branche sind. Ich meine, ich verstand deren Sprache nicht, und die verstanden erst recht nicht meine. Wenn ick dachte, det is ´n Arsch, denn hab´ ick jesagt: hör mal, du bist ´n Arsch,. Und das fanden die nicht komisch. So bin ich natürlich überall angeeckt, und das blieb denn auch so. Ich war ja nie der typische Star, den man sich so vorstellt, der liebe Junge von nebenan – das liegt mir auch nicht.

 

MS: Man hat dich in den Sechzigern aber so aufgebaut.

 

Drafi: Jaja, die haben mich zwar so aufgebaut, optisch und verkaufsmässig, aber trotzdem hab´ ick denen ja immer wieder ´n Schnippchen geschlagen., wa´? Die waren sehr unzufrieden mit mir (lacht).

 

MS: Du meinst den Peter Meisel, deinen Produzenten, der ein grosser Crack in der Branche war, nicht?

 

Drafi: Jaja, Peter war, wenn er mit mir zu irgendeinem Pressetermin musste, ständig am Lächeln, um anzudeuten, es sei alles nur Spass (lacht). Wie ´n Smiler hatte der det einoperiert, ja ...

 

MS: Meisel hat dich, wie man so sagt, "entdeckt".

 

Drafi: Neenee, entdeckt worden bin ich von Heino Gaze. Das war ein Filmkomponist in den vierziger und fünfziger Jahren, der hat so Hits geschrieben wie "Kalkutta liegt am Ganges". Der war schon 54, als er mich entdeckte, und der schrieb dann auch den ersten richtigen Hit für mich. "Teenie" war von Christian Bruhn gewesen, die Platte verkaufte so um die Achtzigtausend, das war für die erste natürlich sensationell. Und dann kam Heino Gaze und schrieb "Shake Hands", und das war der grosse Durchbruch. Leider hat der heino schon mit 59 den Löffel abgegeben, er hätte das nicht müssen. Aber der rauchte am tag so seine 120 Gauloises und trank ´ne Flasche Johnnie Walker, und wenn er die Flasche leer hatte, kriegte er Durst und ging zu Sekt über. So einer war das. Und dann hatte er ´ne leichte Thrombose im Bein, kam ins Krankenhaus, und da hat ihm der Arzt von einem Tag auf den anderen das Rauchen und Saufen verboten. Und daran ist er gestorben, na logo.

 

MS: Wie ist er denn auf dich gestossen?

 

Drafi: Ach, da war so´ne Ausschreibung in der Zeitung – da wurde ein Berliner Junge gesucht, der so´n Berliner Lied singen sollte für einen Film. Da hab´ ich mich gemeldet.

 

MS: Wie alt warst du damals?

 

Drafi: Dreizehn war ick. Naja, denn hat der Heino den Peter Meisel auf mich aufmerksam gemacht. Und der heino hatte eigentlich nur einen Wunsch an den Peter – das hab´ ich später dann mal erfahren -, nämlich, dass er dafür, dass er das gedealt hat, bei den Singles immer ein Stück auf der B-Seite hat. Und da muss ich sagen, daran hat sich Peter leider nich´ gehalten. Das fand ich also doch sehr unfair. Denn was ist dabei, jemanden ´ne B-Seite schreiben zu lassen – ist doch nischt dabei, oder?

 

MS: Du hast damals eine Band gehabt, die Magics. Hast Du die selbst gegründet, oder ist sie dir auf´s Auge gedrückt worden?

 

Drafi: Nee, det war so: die spielten im "Hajo" – det war ´n bekannter Laden in Berlin damals – Dixieland, und ick hör mir die an und merkte, da war Groove drinne. Das waren alles Studenten. Naja, ich hab´ die angesprochen, hab´gesagt: "Hört mal, hättet ihr nicht Lust? Und ich hab´ auch einen Plattenvertrag – aber das soll dann ein bisschen mehr beatmässig sein..." Das fanden die gut, haben mir aber gleich dazu gesagt: "Pass mal auf, für immer kann det aber nich´ sein, denn wir wollen weiterstudieren und unsere Berufe machen."

 

MS: Und die haben später auch wirklich aufgehört?

 

Drafi: Ja, irgendwann war Schluss. Der Lothar, der Rhythmusgitarrist, ist heute Lehrer an einem Gymnasium, Walter, der Leadgitarrist – der Sohn des ehemaligen Kultursenators Stein – ist bei der Deutschen Bank Koordinator; Thomas, der Drummer ist jetzt Werbe- und Gebrauchsgrafiker, und Andy ist Architekt – sind alle gesettelt, die Jungs, nich´?

 

MS: Deine Hits damals lagen alle auf der Grenze zwischen Beat und Schlager: Welche Musik hast du denn bevorzugt?

 

Drafi: Also, ich hab´ja angefangen mit Rock`n`Roll, nich´? Fats Domino, Little Richard - und der Allergrösste für mich war Eddi Cochran. Auch Bo Diddley und Chuck Berry. Chuck hab' ick mal persönlich kennengelernt in Berlin.

 

MS: Hat er damals seine Veranstalter schon so unter Druck gesetzt von wegen "Ich spiele nicht, wenn ihr nicht noch ein paar Hunderter drauflegt" - und das dreissig Minuten vor dem Auftritt?

 

Drafi: Ja, hat er. An dem Abend im "Atelier 0" - das war ´n Laden in Neukölln - war er total stoned. Da hatte er mit der Band vorher alles eingeübt und abgesprochen und auch die Tonarten durchgesagt, "Roll Over Beethoven" in E-Dur... So, und nun ging det los, und da hatte sich der Künstler kurzfristig entschlossen, "Roll Over Beethoven" ohne Ansage in F zu machen. Die Band wusste nix davon, das klang mords... Der war so kaputt, der Typ, aber irgendwie dufte.

 

MS: "Marmor, Stein und Eisen bricht" - wir kommen nicht drum herum. Ist das für dich heute eher eine Hypothek?

 

Drafi: Auch, natürlich. ´Ne Hypothek, die ich trage, aber auch ´ne Rente, die ich bekomme. Das bringt mir nach wie vor so im Jahre zwischen dreissig- und vierzigtausend Mark. Das is´ ja ´n Evergreen geworden, es wird hier mal gemacht und da mal wieder, nicht? "Es spielt für Sie Josef Schneckenschiss auf dem Akkordeon" - und denn is' det dabei.

 

MS: A propos Geld - wie ist dein Verhältnis dazu?

 

Drafi: Ick hab' kein Verhältnis...

 

MS: Ist das eher Kapital, das du investierst?

 

Drafi: Jawoll, weg damit! Ick hab´ kein Verhältnis zu Geld...

 

MS: Oder gibst du es so zum Spass aus?

 

Drafi: Ich hab´ Geld nur zum Spass - zum Reisen und so. Ich erinnere mich noch, als ich mit vierzehn, fünfzehn irgendwo gespielt habe, da war hinten auf der Bühne die Skyline von New York, von Manhattan, nich´? Und da hab' ich so bei mir gedacht: Da möchte´ ick mal eines Tages so richtig sein. Und dann war ich ja auch eines Tages da. Dafür geb´ ick meine Kohle aus. Und ich spinn' denn auch richtig, wohn´ im Waldorf und so... Ich horte kein Geld, ich leg´ mir das nicht an. Ich sage mir: Kohle zum Essen und so werde ich immer verdienen, und wenn ich meine Gitarre nehme und irgendwo auf Ibiza in einem Laden zur Mitternachtsshow singe. Und wenn ich eines Tages nich´ mehr singen oder überhaupt Musik machen kann, dann bin ich sowieso tot, dann brauch´ ich keine Kohle mehr. Ein Armenbegräbnis krieg´ ich überall, wa´?

 

MS: Noch eine Sache, die wir nicht auslassen dürfen, ist der Skandal von 1966.

 

Drafi: Das war so: Ick hab´ besoffen aus einem Fenster gepinkelt - da hatten wir ´ne Fete gehabt, und morgens hab' ick mich da eben mal hingestellt und rausgepinkelt. Nur liefen da gerade ein paar Schulkinder vorbei, die haben mich erkannt und das ihren Eltern erzählt.

 

MS: Und das war das Ende deiner frühen Karriere.

 

Drafi: Ja, ich kann dir sagen, woran das lag. Es gab damals in Berlin eine Sexualmordserie - da waren drei oder vier Kinder auf übelste Weise umgebracht worden, die Polizei kam bei dem Fall nicht in die Hufe, und deshalb schoss die Presse tierisch gegen die Polizei. Genau in die Zeit kam mein Fall. Da haben die Bullen mich regelrecht vorgeführt - die haben mich verhört in dem Präsidium und mich dann vorne zum Haupteingang ´raus der Presse präsentiert. Ick nehme an, dass die von der schlechten Presse in dem anderen Fall ablenken wollten. Das wurde dann ja auch klar, als der Polizeisprecher sagte: "Daran kann man mal sehen, dass wir vor niemandem haltmachen -bei uns ist jeder gleich".

 

MS: Wie lautete das Gerichtsurteil?

 

Drafi: Neun Monate auf Bewährung wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Und das ist ja `n wesentlicher Unterschied - Unzucht vor Kindern und Erregung öffentlichen Ärgernisses. Aber in der Presse wurde das dann nicht mehr erwähnt.

 

MS: Wie haben sich denn die Kollegen in der Branche verhalten?

 

Drafi: Freundliches Getue. So nach dem Motto: "Äh, Alter - du hier? Entschuldige bitte, ich hab' gerade zu tun". Das eigentlich Üble war, dass die Medien praktisch ´ne Vorverurteilung vorgenommen hatten, und danach wurde ich einfach von einem Tag auf den anderen nicht mehr gespielt. Der Hans Rosenthal, der hatte damals ´ne ganz berühmte Rundfunksendung - da hatte ich drei Tage vorher mitgemacht, hab´ mir dann die Sendung angehört, und da hatten die mich ´rausgeschnitten, gecuttet. So sah das aus.

 

MS: Vielleicht haben die sich in dem gesellschaftspolitischen Klima einfach nicht getraut.

 

Drafi: Das kann auch sein, ja. Ich meine, viele Leute wussten ja damals auch, wohin ick politisch sympathisiere...

 

MS: Wohin denn?

 

Drafi: Na, ick unterstütze die SPD. Ick hab´ damals Willy Brandt auf Veranstaltungen unterstützt, und ick bin auch heute nicht der Wähler dieser Regierung. Darin war ich immer ganz offen, das kann jeder wissen.

 

MS: War es nach dem Skandal damals schwer, wieder ins Geschäft zu kommen?

 

Drafi: Naja, zuerst hab´ ich meine Kohle praktisch anonym verdient. Chorsänger hab' ick gemacht und so.

 

MS: Mir gefallen die Pseudonyme, die du dir später als Produzent und Komponist zugelegt hast - Vonnegut, Gebegern...

 

Drafi: Und Renate Vaplus - unter dem Namen ist "Mama Leone" gelaufen. In Travemünde gab´s im Casino einen Croupier, und der hat dieses "Rien ne va plus" immer so genuschelt, dass das klang wie "Renate Vaplus". Det hab' ick mir gemerkt, nich´? Renate Nixgehtmehr (lacht)...

 

MS: Du hast in den Sechzigern und dann auch in den Siebzigern eine ganze Reihe von Auszeichnungen bekommen, unter anderem den ASCP Award, diesen Komponistenpreis.

 

Drafi: In Amerika, ja.

 

MS: Was machst du damit - hängst du die an die Wand, oder stellst du sie in eine Vitrine?

 

Drafi: Die stehen so in meiner Bude ´rum.

 

MS: Unter Glas?

 

Drafi: Neenee, um Gotteswillen (lacht)... Ick bin zufrieden, wenn die Dinger Patina ansetzen. Nee, so´n Freak bin ick nich´.

 

MS: Ende der Siebziger hast du in New York gelebt. Was hat dich da hingetrieben?

 

Drafi: Ich wollte mal ein bisschen ´reinschnuppern da drüben, die Produktionsweise kennenlernen, Und ich hab´ da auch ´ne Menge gesehen, war bei den Bee Gees dabei, hab´ viele gute Musiker kennengelernt und auch ´ne LP drüben in New York gemacht. Siehste, hier bei uns gibt´s doch viele Studiomusiker, die immer auf die Uhr gucken, die so´n Taxameter eingebaut haben. Das ist drüben nicht der Fall. Klar, die Konkurrenz ist härter - die wissen ganz genau, wenn sie da nicht richtig losmachen, wartet der Nächste schon in der Cafeteria.

 

MS: Wo würdest du dich denn selbst in diesem Spektrum einordnen - bist du so ein Workaholic, der ständig arbeiten muss?

 

Drafi: Nee, ick bin faul.

 

MS: Das merkt man deiner Karriere aber nicht an.

 

Drafi: Nee, aber sieh dir doch mal jemand wie den Dieter Bohlen an.

 

MS: Der von Modern Talking?

 

Drafi: Ja, der. Das würd´ ich nicht bringen, was der schafft - fünfmal hintereinander den gleichen Titel schreiben, immer dieselbe Plastik-Arie. Det jelingt mir nich´. Ick meine,

der Dieter Bohlen weiss natürlich, er hat jetzt die Chance, innerhalb von fünf Jahren die Kohle bis an sein Lebensende zu verdienen, und da braucht er später nie wieder einen Finger zu rühren - deshalb beisst er jetzt ab wie ´n Weltmeister. Aber in die Stressmühle lass ick mich nich´ stecken. Der Dieter hat da mit seiner Squaw, dem Thomas Anders, sicher so ´ne Mark auf der Weste, aber immer, wenn ich den in Hamburg treff - wir sind ja noch in der gleichen Firma -,dann sieht der sooo traurig aus, da möchte´ ich ihn a liebsten in den Arm nehmen und knuddeln, so traurig sieht der aus.

 

MS: Du hast auch über Andy Borg in einer Talkshow mal so was Nettes gesagt, nämlich, dass er das gewisse Nichts habe.

 

Drafi: Stimmt ja auch, oder?

 

MS: Beschweren sich eigentlich die Leute bei dir über die du so lieb sprichst?

 

Drafi: Ach nein, ick meine, man kennt mich ja nu auch, nich´?

 

MS: Anlässlich der Premiere des Films "Marmor Stein und Eisen bricht" von Hans-Christof Stenzel hast du 1982 im Sommer nochmal mit den alten Magics im Kant-Kino gespielt.

 

Drafi: (lacht) Ja, als ich die anrief, sagten die "Mensch, Alter, wir kriegen ja kaum noch die Finger auseinander!" Jaja, teilweise spielten die Jungs total falsch - aber det war ein Fest, ein Familienfest im Kant-Kino. Der Spass kam 'rüber. Wenn dieser Funke über die Rampe springt und die unten merken, der Alte hat noch richtig Bock, dann is´ es richtig.

 

MS: Ich will dich jetzt nicht fragen, ob du im Rückblick vielleicht sagen würdest, hier oder da würde ich es heute anders machen, wenn ich es nochmal machen könnte.

 

Drafi: Nee, würd´ ick auch gar nich´. Ick würde mit Sicherheit alles genauso nochmal machen. Das Leben auf der Kippe ist ja auch unheimlich spannend - einmal auf der Kippe und irgendwann wieder oben, wie man sich das ja auch so vorstellt. Wen du so ein Level kriegst, auf dem du dich ständig hälst - da wirst du richtig stumpf. Das wär' das Schlimmste, was mir passieren könnte.

 

MS: Und welche Zeit würdest du als angenehme für dich bezeichnen -deine "frühen" Tage oder dein Leben in den Achtzigern?

 

Drafi: Ach, weisste, ick hab´ soviel gemacht in meinem Leben, und deswegen sag´ ich: Die damalige Zeit war richtig für mich, und die heutige Zeit is´ auch richtig für mich.

 

Albrecht Piltz

Chris Evans-Ironside

Norderstedter Anzeiger 1993:

 

DER BESTE DRAFI, DEN ES JE GAB

(vid) Er füllt noch immer große Säle und Hallen, und er versteht es, die Massen zu begeistern - Drafi Deutscher, der Schlagersänger mit dem ewigen Hut, den er diesmal sogar lüftete, um sein nicht mehr vorhandenes Haupthaar zu präsentieren. Weil er sich zu Hause fühlte- in Norderstedt hatte der Berliner schließlich jahrelang gelebt. Also durfte er hier auch ehrlich sein. Und das Publikum dankte es ihm. Unterbrochen von kleinen Anekdoten aus der Vergangenheit präsentierte Drafi Deutscher ein hinreißendes Repertoire eigener und englischer Songs aus den letzten dreißig Jahren, die alle mit rauschendem Beifall quittiert wurden. »Als Sänger und Komponist ist Drafi einfach der Größte«, fand einer, der sich in der Branche auskennt, während die Frauen quer durch alle Generationen ihm Blumen und kleine Plüschtiere auf die Bühne reichten, um zum Dank dafür von ihm in den Arm genommen zu werden.

Welche schauspielerische Begabung ihn ihm steckt, bewies Drafi bei dem Schmachtfetzen »Sylvias Mother« von Dr. Hook, den er grandios kopierte, ebenso wie er die erotische Stimme mit dem Kiekser von Tom Jones bei »Green Grass Of Home« imitierte und auch das sinnlich-sonore Timbre von Elvis Presley bei »Are You Lonesome Tonight. hinkriegte.

Er kann singen, was er will - es klingt immer gut. Und das nicht zuletzt dank seiner Super-Power-Band »Teamwork« aus Mönchengladbach, die ihn sogar bei "Summertime" aus Porgy & Bess begleitet und den blonden Sänger von »Mixed Emotions« bei »Herz an Herz«ersetzte. Umlagert von seinen treuen Fans, die immer wieder nach Zugaben schrien, meinte Drafi am Schluß beinahe gerührt: "Mann, was für ein Publikum! Das ist ja fast wie Weihnachten!"

 

Hamburger Abendblatt 1993:

 

DRAFI DEUTSCHER FEIERTE SEIN 30JÄHRIGES BÜHNENJUBILÄUM MIT EINEM KONZERT IN NORDERSTEDT

MEDLEYS MIT SCHLAPPHUT

Von Maik Brodersen

"Mamooaarr, Mamooaarr" gröhlen rund 1200 Fans stehend in der Norderstedter Moorbekhalle und singen lautstark die ersten Song-Zeilen mit: "Weine nicht, wenn der Regen fällt, es gibt einen der zu dir hält, damm damm." Schlagersänger Drafi Deutscher (mit Mini-Zopf) intoniert seine Altglanz-Nummer "Marmor, Stein und Eisen bricht" nochmals als Zugabe. Ein gelungenes "Famielenfest"!

Denn eineinhalb Stunden lang feuert der Schlapphutträger mit einem 60er-Jahre-Meadley los - selbstironisch, locker und als Kumpeltyp "Ich bin ein frommer Mensch. Ich zahle immer meine Steuern -zwar nicht pünktlich - aber ich zahle sie." Gelächter im Publikum, dann folgt die Ballade "Das elfte Gebot".

"Ich habe gehört, ich bin verarmt, deshalb habe ich mir das Sakko auch geliehen - von Stevie Wonder", so Drafi, nie auf den Mund gefallen. Das mag seine Fan-Gemeinde - vor allem die weibliche, die sich vor der Bühne auf dem Fußboden plaziert. Drafi: ,Kann ich mal'n Bier haben?' Ein Mann reicht den Gerstensaft im Plastikbecher rüber.

Am Bühnenrand sitzend knudelt er mit Frauen, die ihn beschenken und sagt: "Ich gebe das weiter an die Alsterdorfer Anstalten." Dann röhrt er mit "Shake Hands" los, in der ersten Reihen wird Rock & Roll getanzt. Der 46jährige Drafi, der sich auf der Bühne kaum bewegt: "Hätt' ich nicht gedacht, daß ich das mit 37 Jahren noch so drauf hab."

Drafi Deutscher feierte sein 30jähriges Bühnenjubiläum nicht nur in Norderstedt, weil er dort lebte und dort heiratete, sondern auch, weil hier die Hallenmiete günstiger sei, so Veranstalter Detlef Burmeister, der nun stolz einen neuen Drafi-Konzert-Termin ankündigt: 12. Februar 1993, Musikhalle.

"ICH WAR NIE WEG VOM FENSTER"

Schlagersänger Drafi Deutscher (46) wohnte im April '92 noch im Berliner Grand-Hotel, soll angeblich Millionen Mark Schulden haben und tourt nun mit einem Wohnmobil durch , Deutschland. Klartext mit dem Stehaufmännchen der Deutschen Pop-Branche:

Abendblatt:Geht es nach diesem Konzert aufwärts?

Drafi Deutscher: Musikalisch gesehen war ich ja nie weg vom Fenster und finanziell möchte ich endlich klarstellen: Ich habe keine Steuerschulden, daß kann auch mein Steuerberater jederzeit beweisen! Die 4,7 Millionen Mark hat man mir angedichtet, das ist der blanke Hohn.

Du fährst mit einem Wohnmobil von Ort zu Ort. Warum?

Aus Kostengründen. Ich mache viele Auftritte, da ist ein Wohnwagen billiger als ein Hotel. Ich bezahle für dieses Auto 6000 Mark im Monat, tanke Diesel und habe dort sogar einen Herd. Außerdem habe ich eine wunderbare Garderobe, die ich woanders oftmals nicht vorfinde. Habe ich zwei Tage Zeit, parke ich auf einem Campingplatz und mache Urlaub. Ist doch toll!

Hast du einen festen Wohnsitz?

Ja, ich bin seit drei Monaten in Hamburg-Eppendorf gemeldet und habe dort eine Wohnung in der Nähe meines Lieblingslokals - der Kutscherkneipe.

Du warst zweimal verheiratet und hattest eine Beziehung

Sie konnte das Konzert leider nicht sehen, weil sie noch am Wörthersee verweilt.

Hast du eine Schwäche für

rau?

Ja, ich liebe Kindfrauen. So eine wie Nastassja Kinski, früher war es Brooke Shields.

Berliner Kurier 1995

 

LIESS DRAFI DEUTSCHER SEINEN MANAGER VERPRÜGELN?

LÜBECK-

Neuer Ärger für Schlager-König Drafi Deutscher (49, "Marmor, Stein und Eisen bricht", "Silverbird"). Sein Ex-Manager Norbert Speil (39) will ihn wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung vor Gericht bringen. Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Schultz aus Lübeck sagte gestern: "Es läuft ein Verfahren." Speil behauptet: "Ich wurde in Drafis Auftrag verprügelt und ausgeraubt." Alles soll am 10. Juni auf dem Stadtfest in Ahrensburg zwischen Lübeck und Hamburg passiert sein. Speil: "Wir trafen uns nach Drafis Auftritt gegen Mitternacht im‚Parkhotel'. Plötzlich betraten zwei Männer das Zimmer." Laut Polizeiprotokoll schlug einer der Männer dem Manager mit Fäusten ins Gesicht. Anschließend musste Speil seine Provision von 3450 Mark abgeben. Der Abend endete für den Manager im Klinikum Hamburg-Eppendorf. Diagnose: schwere Prellung des Jochbeins auf der linken Gesichtshälfte. Norbert Speil glaubt: "Die Männer hat mir Drafi Deutscher geschickt. Er wollte damit erreichen, dass ich den Manager-Vertrag mit ihm kündige." Der erfolgreiche Komponist hat öfter Ärger: Wegen Mietrückständen in Höhe von 40 000 Mark mußte Drafi im Januar 1992 seine Luxus-Villa in Hamburg räumen, bei Nacht und Nebel floh er nach Berlin. In Hamburg stand er 1991 wegen Steuerhinterziehung vor Gericht, wurde zu 10 Monaten Haft auf Bewährung und 120 000 Mark Geldbuße verdonnert. Auch die Scheidung von seiner Ex-Frau Isabell Varrell (34) verlief nicht friedlich: Nach einem Jahr Ehe warf der Künstler der dunkelhaarigen Sängerin im September 1990 öffentlich vor, ein lesbisches Verhältnis mit der ZDF-Ansagerin Birgit Schrowange (37) gehabt zu haben. Die Damen ließen sich die Verdächtigungen nicht bieten, zogen vor Gericht. Drafi wurde wegen übler Nachrede zu 50 000 Mark Strafe verurteilt...

 

dpa 1999: ÄRGER BEI MIXED EMOTIONS:

 

Bei den Sixdays in München präsentierte Drafi Deutscher (Marmor, Stein und Eisen bricht) zum ersten Mal seinen neuen Gesangspartner bei Mixed Emotions, Stefan Körber. Dies passte seinem Ex-Kollegen Oliver Simon überhaupt nicht. Simon randalierte, wollte auf die Bühne und forderte lauthals einen Teil der Gage ein. Ordnungshüter mussten den aufgebrachten Sänger aus dem Saal entfernen. Zum endgültigen Bruch zwischen Simon und Deutscher ist es laut Management am 3. Oktober 1999 gekommen. Während eines Auftritts am Brandenburger Tor verließ Simon ohne ersichtlichen Grund die Bühne. Er weigerte sich, die Show im Nieselregen zu Ende zu bringen und legte sich zu guter letzt auch noch mit der Regie des ZDF an. Aus diesem Verhalten zog Drafi Konsequenzen und trennte sich von Simon.

 

Berliner Kurier 2001

 

Hamburg, 18 April pwü. "Marmor, Stein und Eisen bricht", hoffentlich der Drafi nicht! Der Sänger hat wieder einmal richtig Ärger. Nach einem Streit und der Trennung von Manager Wolfgang Heer kann es bald vor Gericht gehen. Wegen Unterschlagung und Diebstahl hat ihn dieser bei der Staatsanwaltschaft Verden in Niedersachsen angezeigt. Manager Heer behauptet laut einem Bericht der Bild-Zeitung: "Drafi hat nach unserer Trennung in einer Nacht-und Nebelaktion das Studio leer geräumt, ist mit einer 70 000 Mark teueren Musikanlage auf der Flucht. Außerdem hat er Tausende Mark mit meiner Kreditkarte in Spielcasinos verjubelt." Harter Tobak, aber Drafi Deutscher sagt in dem Bericht: "Alles erlogen! Ich wurde von Heer wie eine Prostituierte ausgebeutet. Sogar meinen Pass hat er mir weggenommen. Jetzt werde ich ihn verklagen." Mal sehen, wer recht behält und bekommt! Dabei hatte doch bis vor Kurzem eine seltene Einmütigkeit zwischen Heer und Deutscher geherrscht. Bei einem Benefiz-Auftritt für Straßenkinder in Brasilien hatten sich Manager Heer und Sänger Drafi Deutscher in der Kieler St. Matthäus-Gemeinde so richtig ins Zeug gelegt. Drafi sang in der vollbesetzten Kirche vor dem Altar seinen Hit "Amen", Manager Heer hatte fast andächtig in der ersten Reihe zugehört. Damals hatte sich Drafi auch nach 11 Jahren Funkstille im Beisein des Managers mit seiner Mutter versöhnt.

 

 

Interview mit ChameleonPress von 2002:

 

ChamaeleonPress:Drafi, Sie gehören zu den wenigen Künstlern in Deutschland, die über Jahre viele Erfolge verbuchen konnten, vermischt mit Höhen und Tiefen. Wenn Sie über die zurückliegende Zeit nachdenken, was empfinden Sie dabei?

Drafi Deutscher: Also grundsätzlich, weil sie gerade Höhen und Tiefen ansprachen, ich denke mal, dass kein Künstler kreativ sein kann, wenn er nicht Höhen und Tiefen erlebt. Einer der nur Höhen hat, kann Oberhaupt nicht kreativ sein, davon gehe ich aus. Sein Leben ist absolut langweilig. Einer der nur Tiefen hat, fällt irgendwann in eine Depriphase und das ist auch unerklärlich. Es ist dieses Achterbahnfahren, was einen Künstler kreativ macht. Das kann nur jemand nachempfinden, wenn er wirklich produktiv ist und nicht nur reproduzierend ist. Es gibt sehr viele Künstler, die sind Reproduzierer. Die singen im Klassikbereich Songs, die ein Herr Mozart vor 260 Jahren geschrieben hat und es gibt andere, die machen ihre eigenen Sachen. Und die, die ihre eigenen Sachen machen, die brauchen dieses Auf und Ab.

ChamaeleonPress: Was bedeutet für Sie Glück?

Drafi Deutscher: Glück ist meistens von den Menschen falsch verstanden. Ich denke, dass die meisten Menschen meinen, Glück ist etwas, dass mit finanziellen Dingen zu tun hat. Glück ist etwas, wenn man in einem gewissen Wohlstand leben kann usw. usw. Ich halte das kleine Glück für wichtig. Ein kleines Glück kann z.B. sein.......... ich wohne in einer kleinen Wohnung, die sehr schön ist und sehr nett eingerichtet ist. Ich habe heute früh ein Erlebnis gehabt: Eine kleine Kohlmeise, die mit ihrem kleinen Schnäbelchen an mein Fenster pickte, als möchte sie rein. Das ist Glück. Und Glück ist für mich auch, einem kleinen Baby in die Augen zu blicken, - und es lächelt mich an. Wie ich gesagt habe, im übertragenen Sinne, wenn man von dem menschlichen Verständnis her geht, ist das kein großes Glück. Das große Glück ist viel Geld gewonnen zu haben. Für mich ist das kleine Glück weitaus wichtiger.

ChamaeleonPress: Leider geht es nicht ohne Geld. Wie wichtig ist Geld für Sie?

Drafi Deutscher: Es ist immer eine Frage, welche Ansprüche ich habe. Natürlich geht es nicht völlig ohne Geld, da haben Sie recht. Aber es ist eine Frage der Ansprüche. Wenn ich jeden Tag ein Glas Champagner trinke, Kaviar esse...... ich denke mal, dass auch ein Mensch mit wenig Geld sehr gut leben kann. Es kommt auf die Ansprüche an. Wenn er sagt, "Ich brauche eine 120qm Wohnung in Hamburg Eppendorf", dann würde er mit wenig Geld nicht auskommen. Sagt er, "Ich kaufe mir irgendwann mal auf Abzahlung ein kleines Holzhäuschen" und stellt das auf einen Campingplatz und ist damit zufrieden. Ich kenne Leute, die leben in kleinen Wohnmobilen und sind glücklich. Die Leute haben doch auch früher in Höhlen gelebt und waren, wenn sie so wollen, glücklich. Sie hatten Essen und Trinken, mussten jagen. Ich würde ja auch heute gar kein Problem haben, mir mein Essen zu erjagen. Bloß, wo geht denn das noch? Was meinen sie was mir der Bauer erzählen würde, wenn ich auf seinem Grund und Boden Kaninchen schieße oder ´ne Kuh umlege. Aber im Prinzip könnte ich mir vorstellen, wie ein Urjäger noch zu leben. Was hindert mich daran, auf die Kuh zuzugehen, ein Gefäß zu nehmen und die Kuh zu melken? Bis auf den Bauern, ja. Aber früher ist das gegangen, so hat man gelebt.

ChamaeleonPress: Haben Sie noch Träume?

Drafi Deutscher: Ja, nach wie vor.

CharnaeleonPress: Drafi, Sie machen schon sehr, sehr lange Musik. Kam nicht mal der Gedanke auf, was anderes zu machen?

Drafi Deutscher: Ja. Ich würde gerne Filme machen. Könnte mir vorstellen, als Regisseur zu arbeiten. Weil ich ein paar Ideen habe, die ein bisschen ausgeflippt sind. Und in der heutigen Zeit kommen ausgeflippte Filme gut an.

ChamaeleonPress: Und könnten sie dieses realisieren?

Drafi Deutscher: Ich versuche es. Mir ist leider ein Bekannter gestorben, mit dem ich vor einem halben Jahr ein Gespräch darüber geführt habe und der bereit war, mit mir zusammen zu arbeiten. Es war Horst Wendlandt.

ChamaeleonPress: Der Sänger DD ist bestens bekannt. Der Mensch DD.......... ? Liebt auch das Alleinsein?

Drafi Deutscher: Ich liebe das Alleinsein über alles.

ChamaeleonPress: Was ist in diesem Jahr geplant?

Drafi DeutscherIn diesem Jahr nicht viel. Ich werde einen Jungen Mann produzieren, der ist 26 Jahre alt, ein großes Talent. Für den werde ich mich einsetzen und bemühen. Ansonsten bereite ich gedanklich bereits meine Tournee vor, die im nächsten Jahr im Herbst stattfinden soll. Da habe ich sehr viel vor. Muss aber immer darauf achten, wie alles finanziell aussieht. Versuchen, das Beste zu machen mit wenig Mitteln

CharnaeleonPress: Zum Schluss einige Fragen, die sie mir bitte spontan beantworten: Politik?

Drafi Deutscher: Ich bin seit 35 Jahren SPD Mitglied.

ChamaeleonPress: Talkshows

Drafi Deutscher: Ich finde Talkshows wie zum Beispiel "Hermann und Tietjen" in Ordnung, Beckmann gut, Koschwitz auch gut, - wo ich demnächst sein werde. Habe ihm eine Zusage gemacht. Ich finde entsetzlich alle anderen, wo Leute sich in übelster Weise beschimpfen und obszön werden, ihr Intimleben ausbreiten. Das finde ich zum Kotzen. Das würde ich mir auch nicht anschauen.

ChamaeleonPress: Casting

Drafi Deutscher: Ich finde die heutige Art des Casting widerwärtig und menschenunwürdig. Absolut, weil dieses zur Schau stellen der Gefühle und Emotionen junge Leute zusammenbrechen lassen, weil sie nicht dran sind, - das ist ungeheuerlich, sind Dinge die ich nicht mag. Als ich angefangen habe, sind wir in ein Studio eingeladen worden und haben dort in einer intimen Atmosphäre unseren Report abgehalten. Da war niemand weiter als der zuständige Produzent und der Künstler selbst. Das was heute gemacht wird, ist menschenunwürdig.

ChamaeleonPress: Liebe

Drafi Deutscher: Liebe kann sehr unterschiedlich sein. Ich habe in meinem Leben drei Frauen gehabt, mit denen ich verheiratet war. Ich hatte natürlich weitaus mehr Frauen, rede nur von denen, mit denen ich verheiratet war. In allererster Linie denke ich mal, dass man Liebe unterscheiden muss: Liebe zu einer Frau, zu einem eigenen Kind, zu einem fremden Kind, zu einem Tier, Natur, Gott usw. Liebe ist eigentlich kaum definierbar auf eins bezogen. Ich denke mal, dass ich heute in einer Phase bin, wo ich glücklich bin darüber, dass ich lieben kann und nicht unbedingt diese Liebe, die ich gebe erwidert werden muss. Ich halte es für viel wichtiger, dass ich in der Lage bin zu lieben, weil ich denke, dass ein Mensch der nicht selbst lieben kann, niemals Liebe empfinden kann.

ChamaeleonPress: Freunde

Drafi Deutscher: Freunde.... Ich habe einen Freund, einen einzigen, und das ist der Mann neben mir.

ChamaeleonPress: Drafi Deutscher

Drafi Deutscher: Drafi Deutscher ist ein Künstler durch und durch, wozu also das Wort auch passt: Chaot, durch und durch.

ChamaeleonPress: Aber ein liebenswerter!

Drafi Deutscher: Ja gut (lacht). Und der immer einen braucht, der ihn ein bisschen lenkt.

ChamaeleonPress: Danke Drafi, dass sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben.

Drafi Deutscher: Auch ich bedanke mich.

Interview: picturepress4u.de

 

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